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Ligurien Cinque Terre/Italien

19.03.2015

Einen der schönsten Küstenabschnitte Italiens gibt es nicht weit südlich der Alpen. Genau 600 km von meinem Wohnort im Schwarzwald ging es heute Richtung Genua  in die schöne Stadt Levanto an der ligurischen Küste. Von 6 Uhr früh bis nachmittags 16 Uhr, natürlich wie immer mit einigen Pausen, schnurrte mein Sprinter wie ein Kätzchen bei erstaunlich minimalem Diesel-Verbrauch. Bei Ankunft war der Tank noch fast halbvoll. Dem Internet sei Dank konnte ich meine Tour vorher genau planen und so fand ich auch den ausgesuchten kleinen Campingplatz Acqua Dolce in Levanto sehr schnell. In freier Landschaft würde ich in Italien wegen der doch erhöhten Kriminalität nicht übernachten. Von Levanto, wo ich jetzt einige Tage stehen werde, will ich in den nächsten Tagen in die Cinque Terre entlang der grandiosen Steilküste wandern und die berühmten " Fünf Dörfer" besuchen.  Erste Schnappschüsse von Levanto kurz vor Sonnenuntergang zur Einstimmung. In den nächsten Tagen folgen weitere Fotos. Jetzt bin ich erstmal müde und werde früher schlafen gehen. 

20.3.2015

An diesen beiden Tagen ist Laufen angesagt. Zuerst eine ausgiebige Stadtbesichtigung von Levanto, eine wirklich schöne kleine Stadt. Viele schmale Gassen, bunte Häuser und ein typisches Flair "Made Italy". Lustig diese 3-rädigen Zweitakter (kleine Lastwagen) die ständig durch die Gassen rasen, egal was hinten so rauskommt. Früher kamen noch die vielen Motorroller dazu die aber heutzutage out sind, jedenfalls hier. Die Preise sind bis auf einige Grundnahrungsmittel höher als in Deutschland, große Supermärkte fehlen ganz. Bäcker, Metzger, Konsum, Fischladen und viele kleine Läden gibt es im Ort. Und natürlich kann man an jeder Ecke Pizza, Eis usw. essen oder viele Espressos trinken, die kosten übrigens nur 1 Euro und ziehen einem die Schuhe aus, so stark sind sie. Neben einem Castello (Ruine) gibt es 2 alte Kirchen, eine davon in außergewöhnlichem "Zebra-Look" außen sowie innen. Auf dem Bahnhof erkundigte ich mich nach dem Regioticket (12 Euro) welches Bahn sowie Eintritt für den 5-Dörfer-Weg einschließt und wurde leider enttäuscht. Ich muss mich mit 1 Dorf (Menterosso) begnügen da die restliche Strecke zur Zeit komplett gesperrt ist. Also entschloss ich mich am nächsten Tag direkt von Levanto dorthin zu wandern anstatt von Monterosso zu beginnen und dorthin mit der Bahn zu fahren. Dieses Vorhaben sollte mich allerdings ziemlich fordern. Bei einer herrlichen Pizza Napoli und einer Karaffe Chianti in der Taverne nur 150 Meter vom Campingplatz entfernt (sehr zu empfehlen) ließ ich den Tag ausklingen.

21.3.2015

Was für ein schöner Wanderweg immer entlang der Küste durch Wälder oder direkt  an Steilabhängen vorbei. Alte Ruinen und einsam gelegene einzelne Häuser mit naturbelassenen Gärten wo alte Olivenbäume seit Jahrhunderten stehen, säumen diesen Weg. Und was für ein Ausblick entlang der gesamten Strecke von Levanto nach Monterosso. "Gigantisch" ist nicht übertrieben, nicht  umsonst gehört dieser Küstenabschnitt auch zum Unesco-Kultur/Naturerbe. Diese Strecke hat mich aber körperlich schon gefordert, ging es doch oft steil bergauf oder bergab und fast immer über steiniges Geröll. Mit 62 Jahren darf man aber schon mal öfter Pause machen. Jedenfalls war mein Entschluss von Levanto aus zu starten richtig und allen nur zu empfehlen, die hierher reisen und Levanto mit dem guten Campingplatz als Ausgangspunkt wählen. Ich ließ mir viel Zeit unterwegs und traf nachmittags in Monterosso ein. Dieses ligurische Dorf liegt in einer kleinen Bucht umringt von steil abfallenen Klippen und trumpft mit einer wunderbaren Promenade am Wasser sowie sehr vielen riesigen Palmen (und ein köstliches Eis) auf. Da ich vom Marsch aber ziemlich durchgeschwitzt war machte ich nur einen kleinen Rundgang und fuhr mit der Eisenbahn nach Levanto zurück (3 Euro). Während ich in meinem rollenden Heim sitze und diese Zeilen schreibe wird das Wetter draußen langsam schlechter.

 

22.3.2015

Den Komfort auf dem Campingplatz (mit WLan) hinter mich lassend bewegte ich mich auf der schmalen Küstenstrasse bergauf, bergab Monterosso zu, weil ich dort gestern direkt am Meer 2 Wohnmobile entdeckt hatte, das neue Ziel meines heutigen Aufbruches. Es entpuppte sich in der Tat als ein "geduldeter" Standplatz, wie gesagt, direkt am Meer. Und das Ganze kostenlos! Jetzt stehe ich wohl keine 30 Meter von der Brandung entfernt und kann sowohl aufs Meer und die grandiose Steilküste als auch auf Monterosso sowie in weiterer Entfernung auch 3 der berühmten 5 Dörfer sehen. Und auch die Sonne lacht wieder vom Himmel mit angenehmen Temperaturen von bis zu 20 Grad. Die Altstadt von Monterosso hat mich positiv überrascht, so klein aber schön ist sie. Das Licht der späten Nachmittagssonne unterstreicht die vielen bunten Farben der fürs urwüchsige Italien bekannten Häuser, Fassaden, Torbögen. Leider kann ich heute noch keine Fotos einstellen da dieses mit einem 3G Netz stundenlang dauern würde. Nach und nach treffen weitere Wohnmobile ein und machen den Platz sicherer. Ich werde hier wohl noch 1-2 Tage bleiben. Lesestoff ist auch an Bord (Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein) auf dass die Abende nicht langweilig werden. Langsam gehen die Lichter in den Häusern an und die Sonne verschwindet am Horizont. Moterosso hat mich gefangen.

23.3.2015

Nach einer ruhigen Nacht war auch dieser Tag wieder geprägt von absoluten Highlights. Da der Wanderweg wie schon erwähnt größtenteils gesperrt ist nahm ich schon morgens den Zug nach Manarola (Hin/Rück 4,50 €) und war gespannt was mich dort erwartete. Wie Vogelnester kleben die bunten Häuser auf engstem Raum an dem vorgelagerten Felsen während direkt darunter unermüdlich die Brandung des Mittelmeeres tobt. Dieser Ort ist wohl einzigartig auf der Welt, nicht umsonst strömen Massen von Touristen hierher,sehr viele davon aus Japan. Da mir das heute schon etwas zuviel wurde mag ich mir nicht vorstellen was hier wohl im Sommer los ist. Aber nichtsdestotrotz stieg ich die verschiedenen Gassen hinab und wieder hinauf und machte viele Fotos obwohl wegen Dunstigkeit das Licht nicht besonders gut war. Absolut jeder Punkt in dieser Stadt ist sehenswert, ganz abgesehen von den wieder vielen, sehr farbenfrohen Fassaden, eben typisch Italien. Nur die ital. Küche liegt mir nicht so richtig. Ewig nur Teig und Nudeln ist so nicht mein Ding, aber jedem das Seine. Dafür aber Eis.....und nochmals Eis, davon kriege ich nie genug. Mit der Bahn ging es auch wieder zurück und der restliche Tag heute klingt aus bei geöffneter Hecktür mit Blick aufs Meer mit ewiger Brandung, sehr meditativ. Ich stehe weiterhin in Monterosso wo ich die zweite (kostenlose) Nacht verbringen werde. Alle Fotos werden später eingestellt wenn ich wieder WLan habe.

24.3.2015

Und die Perle Nummer 3, das kleine Dorf Vernazza wurde von mir besucht. Ich war einer von Hunderten Touristen die an diesem sonnigen Tag durch den Ort streiften. Erstaunlich viele für diese Zeit im März finde ich. Auch hier konnte man sich nicht satt sehen an den vielen bunten Häusern, der alten Kirche und den vielen kleinen Geschäften. Das Meer scheint Vernazza fast zu verschlingen, es nagt Tag für Tag unmittelbar an den alten Mauern. Allerdings treibt die Gier so mancher Verkäufer Blüten, wenn zB eine Kugel Eis mit 3.50 € ausgeschlagen ist und die ganze Pizza schwarz verbrannt kommt. "Der Tourist- die Weihnachtsgans", immer zum Ausnehmen gut. Angenehm dagegen die Freundlichkeit des Schaffners, der beide Augen zudrückte weil ich aus Versehen den falschen Zug genommen hatte und bis nach La Spezia gebrettert bin ohne diese Strecke zu bezahlen. "Grazie" nochmal! So verging auch dieser Tag schnell, abends wurde noch im Bus groß gekocht und danach war wieder der "Hans Fallada" dran.....ein Meisterwerk, traurig und humorvoll zugleich.  

25.3.2015

Regen und Wind.....Zeit zur Abreise! Zuerst wollte ich noch mit Leuten, die nicht weit von Monterosso einen weiteren Stellplatz am Meer kennen, dorthin fahren. Aber bei dem zunehmend schlechten Wetter entschloss ich mich zur Heimreise. 

Kommentare: 1
  • #1

    Karina Saal (Donnerstag, 26 Mai 2016 17:57)

    Atemberaubend schöne Bilder. Wir bevorzugen das Vigiljoch in Südtirol und lieben das Wandern.

"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

                                                                                                                                                (Jack Kerouac)

 

„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


Meine Ausrüstung:

Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

                                              Die Fotos werden mit Lightroom etwas bearbeitet und archiviert. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format:


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