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Kroatien im Frühjahr

In 2014 war ich zuletzt in Kroatien und habe die besten Erinnerungen an meine damalige Reise in diesem schönen Land. Jetzt ist es an der Zeit meine Reise von damals fortzusetzen. Und zwar in "Lubenice" der geheimnisvollen Perle auf der Insel Cres. Am 15.4.2016  fuhr ich von zuhause los, wie so oft durch die Schweiz auf der Gotthard-Route. Es regnete in Strömen, trotzdem kam ich schnell voran. Auf der italienischen Autostrada an Mailand vorbei bis zum Südzipfel des Gardasees. Auf einem völlig überfüllten WoMo-Stellplatz blieb ich eine Nacht und brach am nächsten Morgen wieder zeitig auf. Nach dem gestrigen Regen lachte jetzt die Sonne vom strahlend blauen Himmel, bei 22 Grad frühsommerlicher Temperatur ging es flott an Venedig und Triest vorbei und mittags war ich schon in Slowenien. Erkennungszeichen: Spanferkel am Spieß vor "fast" jedem Restaurant. Da ich Hunger hatte konnte ich da natürlich nicht widerstehen. Danach rollte ich schon durch Kroatien bis zum Fähranleger zur Insel Cres. Leider musste ich dort über 3 Stunden warten bis das nächste Schiff kam. Um 17.30 Uhr betrat ich den Boden der Insel Cres, wie gewohnt ein windumtostes Stück Land mit atemberaubenden sehr schmalen Straßen in schwindelnder Höhe immer am Abgrund zum Meer. Kurz vor Dunkelheit traf ich dann in "Lubenice" ein und stellte mich auf den kleinen Parkplatz zum Übernachten. Es war weit und breit keine Menschenseele zu sehen, nur der Wind pfiff durch diesen Geisterort mit seinen halb verfallenen Häusern hoch oben weltabgeschieden...ja fast in den Wolken. Tief unten brodelte das Meer,  Später kam Sturm auf und der Regen peitschte aufs Dach. Eine Kulisse für einen Zombiefilm. Dennoch musste ich unbedingt noch einige Nachtfotos machen. Und hier starte ich auch mit den ersten Fotos von dieser Reise:

3. Tag bis 10. Tag

Von Lubenice trennte ich mich schweren Herzens. Am 3. Tag fuhr ich weiter und machte einen Abstecher nach Valun, dem malerischen Fischerdorf ca. 10 km von Lubenice entfernt. Parken darf man nur außerhalb, hier könnte man auch zu dieser Zeit übernachten. Zu Fuß stieg ich in das Dorf hinab, streifte ein wenig umher und machte Fotos. Zum ersten Mal probierte ich den neuen 1000er ND Filter aus, der Bewegungen wegfiltert und das Meer glatt bügelt. Manchmal erzielt man dadurch tolle Effekte.

In Valun kann man übrigens gut essen bei zivilen Preisen. Eine Spezialität ist Lammbraten. Ich hatte aber wie immer im WoMo gut gefrühstückt, also fuhr ich nach zwei Stunden Aufenthalt weiter, an dem malerischen Osor vorbei bis nach Mali Losinj. Auf dem Campingplatz Cikat, nur 15 Minuten bis zum Centrum, richtete ich mich für die nächsten Tage ein. Zu dieser Zeit ist so gut wie nichts los und der Platz im Verhältnis zu vielen WoMo-Stellplätzen noch preiswert. Dazu Loge erste Reihe direkt am Meer! Das Personal ist sehr freundlich, die sanitären Anlagen ausgezeichnet. Von Juni-August sollte man den Platz allerdings eher meiden, über 2000 Gäste tummeln sich dann hier.

Am 4. Tag lief ich nach Mali Losinj und kaufte unter anderem frischen Fisch ein, den es täglich von 8-12 Uhr in der dortigen Fischhalle gibt. 500g für umgerechnet 2,50€..die Fischsuppe war gesichert. Ich sollte bei Gelegenheit mal eigene WoMo-Rezepte hier einstellen.

Der 5. Tag war mit Relaxen und Exkursionen in die nähere Umgebung geprägt. Hier werde ich wohl noch ein paar Tage verweilen. Der CP Cikat liegt in einer weitläufigen parkähnlichen Landschaft. Er gehört jetzt schon zu meinen "Best off" aller besuchten Campingplätzen. Und weitere 4 Tage stand ich auf diesem Platz, dann packte mich wieder das Reisefieber. Am vorletzten Tag sah ich noch zwei Delphine in der Bucht

direkt vor meinem Wohnmobil. Was für eine Krönung!

 

 

11. Tag

Schnell ein paar Lebensmittel im Supermarkt von Mali Losinj eingekauft dann ging es 70 km zum Fähranleger zur Insel Krk. Die Straße windete sich bergauf, bergab über die kahle Insel Cres wo ein heftiger Wind (Bora) wehte. Die Fähre fuhr wieder einmal vor meiner Nase ab so das ich fast 2 Stunden warten musste. Am Nachmittag hatte ich mein Ziel, die kleine historische Stadt Vrbnik auf der Insel Krk erreicht. Sie gilt als die schönste von Krk. Ich durchstreifte die schmalen Gassen, der Reiseführer hatte nicht zuviel versprochen. Eine Perle der Adria. Die Übernachtung fand auf einem privaten Parkplatz statt, mit Erlaubnis der Besitzer.

12. Tag

An diesem Tag fuhr ich gemächlich über die Insel Krk vorbei an kleinen Dörfern und einer kargen aber lieblichen Landschaft. Die Sonne schien und es war angenehm warm. Am Nachmittag ging es über die große Brücke aufs Festland und weiter gen Süden bis zur Hafenstadt Senj. Dort stellte ich mich dann auf den großen Parkplatz direkt im Hafen. Hier gibt es eine günstige Übernachtung. Pro Stunde werden lediglich ca. 0,70€ verlangt, von 22 Uhr bis 6 Uhr ist der Platz kostenfrei. Ich machte noch einen Abstecher zum oberhalb liegenden großen Castell und genoss dort für 3 Stunden die herrliche Aussicht auf die Adria um dann abends zum Hafenplatz zurück zu fahren. Die folgende Nacht wurde ich mächtig durchgeschüttelt. Der Sturm entwickelte sich zu einem kleinen Orkan und starker Regen peitschte auf das Dach. Die Brandung war lediglich 3 Meter vom Auto entfernt, mir war schon etwas mulmig. Spät schlief ich dennoch ein.

13. Tag

Weiter ging es auf der gut ausgebauten Adria Magistrale immer entlang der Küste Richtung Insel Pag. Es wehte immer noch ein starker Wind (Bora) und das Fahren erforderte meine volle Konzentration. Auf der linken Seite stets das schroffe Gebirge mit viel Geröll im Blickfeld und rechts die steilen Abgründe bis hinunter ans Meer, dazu extrem kurvenreich. Der weite Blick über die Adria hinüber zu den Inseln Krk und Rab war allerdings atemberaubend schön. Kurz nach Mittag ging es dann mit der Autofähre hinüber zur Insel Pag (22€) die sich auf der Westseite als steinige karge Mondlandschaft zeigte was sich aber schnell ändern sollte. Die komplette Insel ist sehr rau und wird ständig von der Bora heimgesucht. Schützende kleine Steinmauern überziehen das ganze Land, dazwischen ducken sich alte Feigen- und Olivenbäume. Es leben nur 7500 Menschen auf dieser Insel. In Novalja fuhr ich auf den großen Campingplatz und ließ den Tag ausklingen. Das Wetter wurde plötzlich wieder schön, die Sonne strahlte vom blauen Himmel und es war mit 18-20 Grad angenehm warm. 

14. und 15. Tag

Die Erkundung der nördlichen, sehr schmalen Insel Rab stand an. Ich fuhr bis Lun und Tovanele an die nördlichste Spitze auf schmaler Strasse durch eine bezaubernde Landschaft. Um diese Zeit sind die Menschen dort noch unter sich, es sind nur wenige Touristen unterwegs, einer davon bin ich. Ich machte Rast in einem Olivenhain, besichtigte den kleinen Fischerort Tovanele und fand nachmittags quasi per Zufall einen 

Stellplatz der es in sich hatte. Denn es handelt sich um einen völlig naturbelassenen kleinen Campingplatz, der nur auf einer schmalen Lehmpiste, die mit Schlaglöchern überseht war, zu erreichen ist. Dafür liegt dieser terassenförmige Platz direkt am Meer und ist vollkommen abgeschieden. Strom gibt es nicht. Ich war der einzige Gast, der Besitzer fuhr abends nachhause. Zwei wunderschöne Tage in einem kleinen Paradies, diese Einsamkeit mag ich. 

Da es schöner einfach nicht mehr kommen kann genoss ich diesen Platz und ließ die Seele baumeln um an den beiden folgenden Tagen zurück nach Deutschland zu fahren. Es war wieder einmal eine wunderschöne Reise, Kroatien hat mich nicht das letzte Mal gesehen. 

Kommentare: 1
  • #1

    Konni (Samstag, 11 Juni 2016 22:35)

    Habe gerade deinen Beitrag gelesen, wir sind im Moment auch gerade in Kroatien. Uns gefällt es auch super. Wir sind das 4. X in diesem Land, vorher waren wir in Ungarn. LG

"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

                                                                                                                                                (Jack Kerouac)

 

„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


Meine Ausrüstung:

Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

                                              Die Fotos werden mit Lightroom etwas bearbeitet und archiviert. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format:


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