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Sächsische Schweiz und entlang der Elbe

Ein Wunsch von mir war schon immer, einmal entlang der Elbe zu fahren und die überwältigende Natur der Sächsischen Schweiz im deutsch-tschechischen Grenzgebiet  zu erleben und danach stromabwärts der Elbe zu folgen. Da dies wieder ein zeitnaher Bericht wird, weiß ich selber noch nicht, was mich alles erwartet. 

 

10.06.2017

Abfahrt von zuhause war wie (fast) immer ein Samstagmorgen, denn auf kilometerlange Lkw-Staus kann ich verzichten. Es ging deshalb flott voran an Karlsruhe, Heilbronn und Nürnberg vorbei. Ins Staunen kam ich auf Bayerns Autobahnen, sind diese doch überragend gut ausgebaut. Zumindest die A9 ist in einem so guten Zustand, wovon zum Beispiel Nordrhein-Westfalen nur träumen kann. Aber kommt nicht unser Verkehrsminister Dobrindt selbst aus Bayern? Da fließen wohl ordentlich Bundesmittel  in sein Heimatland. Gegen Mittag war ich schon in Sachsen. Hier beeindruckte mich die grüne Landschaft und die bewaldeten Flächen des Erzgebirges. Von "rauchenden Schloten" und maroden Gebäuden der ehemaligen DDR ist absolut nichts mehr zu sehen, dem Soli sei Dank. 1989 war ich kurz nach der Wende mit meinem damaligen Wohnmobil, einem Mercedes 508D (ehemaliger Postbus) in Magdeburg und Umgebung und sah noch die DDR in ihren letzten Zügen. Aber das ist eine andere Geschichte und liegt fast 30 Jahre zurück. Im Herzen der Sächsischen Schweiz liegt der kleiner Campingplatz "Ostrauer Mühle", den ich nachmittags erreichte und schon jetzt wärmstens empfehlen kann. Er ist preiswert und sehr sauber. Außerdem bietet er sich vorzüglich als Ausgangspunkt für Touren zu den nahe liegenden Naturschönheiten an. In der platz eigenen Gaststätte "Flößerstube" gibt es neben gut bürgerlicher Küche ein leckeres Schwarzbier vom Fass, ein köstlicher Abschluss dieses Tages.

 

11.06.2017

Eigentlich wollte ich diesen Tag nach der langen Anreise zum Relaxen nutzen, aber daraus wurde nichts. Um 7 Uhr war ich wieder wach und fühlte mich fit für eine kleine Foto Session. Naja, dachte ich, der nahe liegende Wasserfall ist ja mit dem Bus schnell erreicht, ein paar Fotos machen und danach wieder zurück zum Campingplatz. Der Bus hielt kurz hinter dem Wasserfall, ich konnte ihn von dort nicht sehen. Also kurz zurück laufen oder zuerst lieber den verlockenden Wanderweg ein Stück bergauf laufen? Da ich zur Zeit nachts immer Schmerzen im rechten  Bein habe, dachte ich, dass Bewegung sicher gut für die Durchblutung ist. Also entschied ich mich für die Wanderung......sie sollte 8 Stunden dauern. Und das mit voller Fotoausrüstung (Kamera, 2 Objektive, diverses Zubehör, Stativ und Wasserflaschen). Warum tue ich mir sowas an? Es hatte zwei Gründe. Erstens ging es so steil bergauf, dass ich nach einer Weile nicht mehr zurück wollte und hoffte, dass es nur besser werden kann. Und zweitens eine so grandiose Landschaft, die man kaum in Worte fassen kann. Ein Wanderweg hoch droben entlang gewaltiger Felsformationen, darunter  der endlose Wald des Nationalparks "Sächsische Schweiz" und immer wieder diese überwältigenden Ausblicke. Obwohl der Schweiß in Strömen floss, vergaß ich meistens die Anstrengung...obwohl es, zugegeben, eine wahre Schinderei war. Natürlich legte ich viele Pausen ein, alleine schon der Fotos wegen. In den nächsten Tagen werde ich ein paar davon wie üblich hier einstellen. So wanderte ich stundenlang meist auf schmalen Wegen und häufig auch sehr steinig zwischen Felsen und tiefen Abgründen entlang. Der Weg wollte einfach kein Ende nehmen und war doch einmalig schön. Weit unten floss die Elbe, die ich ein paar Mal sehen konnte. Spätnachmittags erreichte ich das kleine einspurige Bähnlein, eine historische Triebwagen-Bahn, welche am Campingplatz vorbei fuhr und mich dort absetzte. Ein anstrengender und nicht geplanter, aber herrlicher Wandertag ging damit zu Ende. 

 

 

 

12.06.2017

In Bad Schandau werden diverse Schiffstouren auf der Elbe angeboten. Eine davon führt in südöstliche Richtung in die Tschechische Republik. Dieser Tour konnte ich nicht widerstehen, ist sie mit 12 € hin und zurück auch noch preiswert. Die Fahrt ging 2 1/2 Stunden auf der Elbe entlang zum kleinen Ort Hrensko in Tschechien. Dieser Abschnitt der Elbe zählt zu den schönsten des langen Flusses, denn links und rechts ragen die felsigen Höhen des Nationalparks empor. Nach dem anstrengenden Tag zuvor war es eine erholsame und sehr interessante Abwechslung. In Hrensko fallen die unzähligen asiatischen Händler auf, die den gesamten Ort mit ihren Verkaufsständen in Beschlag genommen haben. Da der Aufenthalt dort auf 2 Stunden begrenzt war und es sehr heiß war, reichte es nur für eine kurze Besichtigung und ein Aufenthalt in einem lauschigen Biergarten für ein "echtes" Bier aus Tschechien. Die Braukunst beherrschen sie, das Bier schmeckte sehr gut im Gegensatz zur Gulaschsuppe. Diese war fast ungenießbar! Danach ging es wieder zum Schiffsanleger und eine nochmalige Schiffsreise, diesmal in andere Richtung, führte mich wieder zurück nach Bad Schandau. Unterwegs gab es wieder viel zu sehen. Entlang der Elbe führt eine Eisenbahnlinie, auffällig waren hier die endlos langen Güterzüge mit 2 Lokomotiven vorne weg, die wohl Erz oder Kohle transportierten. Auch an einer alten Schiffswerft aus DDR-Zeiten führte die Route vorbei. Mit dem Linienbus ging es danach zurück bis zum Campingplatz.

13.06.2017

An diesem Tag erkundete ich die nähere Umgebung mit dem Wohnmobil. Allerdings führen die Straßen durch das Gebirge meist in engen Tälern entlang, so dass die Aussichten sehr begrenzt sind. Hier ist Wandern oder Klettern das A und O. Aber was ich am ersten Tag eigentlich machen wollte, nämlich den Lichtenhainer Wasserfall zu fotografieren, holte ich jetzt nach. Ich erwartete hier keine großen Kaskaden, aber den Namen "Wasserfall" hat dieser Rinnsal nicht verdient. Lustigerweise ist er trotzdem eine riesige Attraktion, haben sich doch 2 Biergärten und große Verkaufsstände mit Touristen Schnickschnack davor breit gemacht. Und hier befindet sich auch der letzte Haltepunkt der historischen Kleinbahn nebst Bushaltestelle. Entsprechend war der Besucherandrang. Eines steht fest: Der Rinnsal wird bestens vermarktet. Erinnert mich sehr an Triberg im Schwarzwald, dort ist es ähnlich. Nur dass der Wasserfall dort als der größte und längste Deutschlands vermarktet wird und das Anschauen alleine schon Eintrittsgeld kostet.

Kurz und gut, ich wollte dem Lichtenhainer Wasserfall einen würdigen Ausdruck verleihen und hielt ihn in einer Langzeitbelichtung fest. In Gedanken nannte ich ihn "das kleine Paradies" und hoffe, dies ist mir einigermaßen gelungen.

14./15.06.2017

Neben der großen "Sächsischen Schweiz" gibt noch die kleinere Version, die "Kleine Sächsische Schweiz" bei Pirna, mit einer wahrlich einzigartigen natürlichen Felsenbühne, der Bastei. Dorthin zog es mich schon ganz früh hin. Um 5.30 Uhr kurz nach Sonnenaufgang stand ich auf diesem Platz und erlebte ein großartiges Panorama, was kaum noch zu überbieten ist. Inmitten einer Felsenlandschaft ging der Blick weit ins Land zu den umliegenden Gipfeln, die fast wie Vulkane aussehen. Rechts lag in der Ferne die mächtige Festung "Königstein" und als fotografisches Sahnehäubchen lag noch dichter Nebel unten in den Tälern. Was für ein Anblick! Außer mir waren doch tatsächlich noch eine Handvoll andere Fotografen um diese Uhrzeit vor Ort. Wie heißt es doch: Früh morgens und abends gelingen die besten Aufnahmen. Es gibt dort oben sehr viele Aussichtspunkte, die man erleben kann. Man hat auch einen fantastischen Blick auf die Elbe. So streifte ich an diesen beiden Tagen in dieser Gegend umher und war von der Landschaft begeistert. Auch die Freundlichkeit der Menschen hier überraschte mich, außerdem schmeckte mir der Kuchen und die leckeren Brötchen sehr. Einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz gibt es im kleinen Örtchen "Struppen", der von mir die volle Punktzahl erhält. Er ist an Ausstattung, Sauberkeit und Hilfsbereitschaft der Besitzer kaum noch zu überbieten. Erwähnenswert ist auch die kleine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit einer faszinierenden Ausstrahlung und das kleine Schloss mit einer bewegten Geschichte. Um Struppen herum erstrecken sich weite Getreidefelder und man hat eine wunderbare Fernsicht. Ein Platz für mehrere Tage.

17./18.06.2017

Ein Teil meiner Familie wohnt seit einiger Zeit in Dresden und ein Anlass dieser Reise war natürlich der Besuch meiner Lieben. Leider war das Wetter am Abend so schlecht, dass ich keine Fotos machen konnte. Trotzdem waren die Streifzüge durch diese Stadt sehr aufschlussreich und interessant. Die ganzen Sehenswürdigkeiten erschlagen einen förmlich und man muss schon gut zu Fuß sein. So verbrachte ich schöne Stunden mit meiner Familie  und staunte nicht schlecht, als Mike, mein Enkelkind, mir seine Fähigkeiten auf der E-Gitarre vorführte. Absolut meisterhafte Gitarren-Riffs und das mit 15 Jahren. Klasse Mike! Es sei auch noch erwähnt, dass sich der Campingplatz Dresden-Mockritz hervorragend für einen Besuch dieser Stadt eignet, fahren doch 2 Buslinien direkt vor dem Platz in die Innenstadt. Dazu ist er ziemlich preiswert.

 

19./20.06.2017

Nach Dresden ging es noch ein Stück weiter über Meißen bis nach Torgau, immer an der Elbe entlang. Diese beiden Städte erheben sich mit ihren Schlössern und Türmen majestätisch an der Elbe und haben mich sehr beeindruckt. Torgau zählt mit zu den Städten, wo Martin Luther eine Zeit lang wohnt. Aber nicht nur Luther, auch Lucas Cranach, Zar Peter I. und Napoleon prägen die Geschichte von Schloss Hartenfels. Ein "Muss" also auf meiner Reise. Nach dem ich das Schloss und die Stadt besichtigt hatte, verbrachte ich die übrige Zeit am Fluss. Denn hier befindet sich ein kostenloser Wohnmobilstellplatz, direkt am Wasser. Leider wurde es heißer und heißer, das Thermometer stieg auf über 30 Grad und im Auto war es kaum noch auszuhalten. Deshalb beschloss ich meine Tour vorzeitig abzubrechen. Eine lange Rückfahrt über 650 km stand mir dann noch bevor. 

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"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

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„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


Meine Ausrüstung:

Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

                                              Die Fotos werden mit Lightroom etwas bearbeitet und archiviert. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format:


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