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Alabasterküste (Normandie)

Obwohl ich in Frankreich recht häufig rumkurve, war die Normandie bisher für mich ein weisser Fleck auf der Karte. Das hat sich nun geändert. Seit heute wird die berühmte Küstenlandschaft von mir in Augenschein genommen. Allerdings werden die paar Tage für einen Gesamteindruck wohl nicht reichen. Aber wie gewohnt, hier meine Tagebuch Aufzeichnungen:

 

14.04.2018

Morgens gegen 8 Uhr fuhr ich von zuhause los, bei Strassburg ging es auf die A4 immer Richtung Westen. Die erste Mautstelle befindet sich schon kurz hinter Strassburg und viele weitere sollten noch folgen. Um es gleich vorweg zu sagen, für eine Strecke an den Atlantik müssen 60€ gelöhnt werden, hin und zurück also 120€. Dazu kommen die derzeitigen sehr hohen Spritpreise in Frankreich, besonders an den Autobahntankstellen (bis 1,65€/l Diesel). Das Abfahren von der Autobahn zum nächsten Einkaufszentrum lohnt sich, da man dort fast immer wesentlich günstiger tanken kann (1,32€/l).

Nach Saverne folgten Metz und Verdun. Meine Gedanken gingen in meine Kindheit zurück als mir mein verstorbener Großvater oft von seinen Kriegserlebnissen im 1. Weltkrieg erzählte. Er war damals als sogenannter Ballonaufklärer bei Verdun im Einsatz und hatte das große Glück, dass die Ballons hinter der Frontlinie hoch geschickt wurden um Feindbewegungen zu melden. Dadurch blieb er am Leben im Gegensatz zu über 300.000 Soldaten, die dort in einer der grausamsten Schlachten den Tod fanden. Nach Verdun ging es weiter an den Fluss Somme, ebenfalls eine traurige Gegend, ist dieser Fluss doch mit der größten und verlustreichsten Schlacht des 1. Weltkrieges verbunden. Über eine Million Opfer innerhalb von nur vier Monaten. Und das Ganze nur um ein paar Meter vor und wieder zurück. Einige Kriegsopfergräber mit unzählbaren Kreuzen sah ich von der Autobahn aus und musste an die vielen jungen Männer denken, die damals ihr Leben lassen mussten für Kaiser, Volk und Vaterland.

Passend zu dieser Stimmung wurde das Wetter merklich schlechter, als ich abends um 19 Uhr mein Ziel erreichte, den kleinen Natur-Campingplatz in Yport direkt am Atlantik. Er liegt oberhalb des Dorfes mit Blick auf das Meer und der Steilküste. Was für ein Platz! Leider regenete es jetzt ununterbrochen. Trotzdem wurde noch schnell ein Foto gemacht bevor ich die Beine hoch legte.

 

 

15.04.2018

Bepackt mit Rucksack und Stativ machte ich mich schon früh morgens auf den Weg nach unten zum Strand der kleinen Stadt. Ein kleiner, schmaler Pfad führte vom Campingplatz dorthin. Unten sieht man die kleinen Fischerboote am Strand liegen. Da Yport keinen Hafen hat, werden die Boote mit einer Winde zu Wasser gelassen und auch wieder hoch gezogen. Aber heute am Sonntag war es sehr ruhig. Ich machte einige Bilder und schlenderte danach durch den Ort. In einer Bäckerei deckte ich mich für das Frühstück ein. Das Baguette für 0,70€ war fast einen Meter lang und schmeckte vorzüglich. Da es wieder anfing zu regnen entschloss ich mich für die Weiterfahrt ins 10 km entfernte, berühmte Etretat. Diese Stadt ist berühmt wegen seines einmaligen Küstenabschnittes mit den Felsformationen im Meer, die wohl jeder schon einmal im Fernsehen, in Zeitschriften oder auf Postkarten gesehen hat. Allerdings ist Etretat für Wohnmobilisten ein schwieriger Ort. Nirgendswo ist das Parken für uns erlaubt. Der einzige Ausweg ist ein Campingplatz etwas außerhalb. Für 9,00€ pro Person und Wohnmobil sehr preiswert, Dusche inclusive. Nachmittags zeigte sich die Sonne länger und sehr viele Leute waren unterwegs. Mir gefiel Etretat bis auf den Strand und der Steilküste nicht sonderlich. Souvenierläden, Fressbuden, teure Eisdielen und Massen an Touristen. Es gelang mir nicht, auch nur ein Foto ohne irgendwelche Personen im Bild aufzunehmen. Also maschierte ich schon nach kurzer Zeit zurück zum Campingplatz in der Hoffnung, am nächsten Tag bessere Voraussetzungen zu finden. 

16.04.2018

Nach einer ruhigen Nacht auf dem preiswerten Campingplatz in Etretat nun der zweite Versuch, doch noch einige passable Bilder von diesem berühmten Küstenabschnitt zu machen, was wiederum garnicht so einfach war. Anschließend verließ ich den Ort und fuhr ins Landesinnere, genauer gesagt in die Vergangenheit zur großen Burg von Richard Löwenherz, dem Chateau Gaillard an die Seine. Sie liegt oberhalb der Ortschaft  Les Andelys und ist heute nur noch eine Ruine. Der Erbauer war Richard Löwenherz, seinerzeit König von England und der Normandie. Erst im Jahre 1204 konnten die Franzosen die Burg zurück erobern. Danach wurde die ganze Normandie französisch. Unterhalb der Burg liegt ein schöner Campingplatz direkt am Fluss, auf dem ich eincheckte.

18.04.2018

Leider musste ich diese Reise  vorzeitig abbrechen. Auf mautfreien Straßen ging es quer durch Nordfrankreich in zwei Tagen zurück in den Schwarzwald.

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"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

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„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


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Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

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