Burgen, Fels und Licht

01.11.2017

Langsam verliert die Sonne ihre Kraft, so meint man dieser Tage. Die Tage werden kürzer, tagsüber erwärmt es sich zwar noch stark, aber gegen Abend wird es auch zunehmend schnell kühl. Und dieser Übergang Ende Oktober zwischen Tag und Nacht ist es, der uns Fotografen nochmal ein besonderes Licht schenkt, welches es gilt einzufangen.

Was liegt also näher, als nochmal raus zufahren. Die tiefen Wälder der Nordvogesen und des Pfälzer Waldes durchstreifte ich während einer kleinen 3-Tagestour. Von der Burgruine "Fleckenstein" in den Vogesen ging es hinüber in den Pfälzer Wald nach Erlenbach zur Burg "Berwartstein". Den Naturcampingplatz unterhalb der Burg kann ich dabei nur empfehlen. Im Dahner Felsenland besuchte ich den berühmten Teufelstisch. Und immer wartete ich auf die besten Lichtverhältnisse, was nicht immer gelang. Hier nun ganz frisch ein paar Bilder von dieser kleinen Tour:

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Herbstreise 2017

26.09.-27.09.2017

Nach einem weiteren herrlichen, sonnigen Tag auf der Insel Smögen an der schwedischen Schärenküste ging es heute ein kleines Stück weiter südlich bis Strömsund, 40 km vor Göteborg. Dort stehen wir noch einmal auf einem Waldparkplatz "frei"am Meer. Denn morgen geht es mit dem Schiff von Göteborg zurück nach Kiel und die Reise neigt sich dem Ende zu. Unterwegs waren wir noch in einem großen Einkaufszentrum nahe Udevalla. Die Preise in Schweden für Lebensmittel stehen zur Zeit denen in Norwegen nichts nach. Im Schnitt alles 1/3 teurer als bei uns zuhause, bis auf wenige Ausnahmen. Zu diesen Ausnahmen gehören Fischprodukte, die teilweise wesentlich preiswerter sind als bei uns. Der Dieselpreis liegt wie in Norwegen bei ca. 1,45-1,65€/L. Kleiner Tipp: Montags früh kann man in Norwegen schon für 1,20€/L tanken. Ebenfalls in Norwegen gibt es "abgasfreien" Diesel, mangels weiterer Infos traute ich mich aber nicht, diesen zu tanken. Das Internet gibt diesbezüglich auch nichts her, nur das Norwegen zusammen mit einem kleinen deutschen Unternehmen aus Dresden an einer bahnbrechenden Erfindung arbeiten soll. Keinerlei Schadstoffe im Diesel, das wäre es. CO2 Probleme gibt es beim Diesel ja eh kaum. 

Mein Tablet in Verbindung mit dem kleinen Router hat sich bestens bewährt und die Auslands-Flat mit 6GB ebenfalls. Bis auf ganz wenige Ausnahmen war auf der gesamten Reise zu jeder Zeit das Internet aktiv und die länderspezifischen Mobilfunknetze sehr flott. Auch waren manche WLan-Hotspots ohne Passwort frei zugänglich. So muss es sein! Nur ein einziges Mal nutzte ich einen Stromanschluss, ansonsten lief der Kühlschrank zusammen mit der teilweisen benutzten Heizung drei Tage im Stehen durch. Man soll nicht "nie mehr" sagen, aber Norwegen und Schweden habe ich nun schon unzählige Mal besucht. Was nur noch fehlt, ist das mittlere und nördliche Finnland entlang der russischen Grenze, auch Karelien genannt bis hinauf zum Inari-See. Mal schauen, was das nächste Jahr bringt. Am 30.09.2017 treffen wir wieder im Schwarzwald ein.

24.09.-25.09.2017

Die gut ausgebauten Straßen in Norwegen, so auch die neue Autobahn von Lillehammer bis runter nach Oslo und weiter zur schwedischen Grenze geht ohne Maut nichts mehr. Man wird automatisch fotografiert und einige Wochen später flattern die Rechnungen aus Norwegen ins Haus. Ich rechne mit insgesamt  ca. 100 €, da auch für viele Tunnel und Brücken Mautpflicht besteht. Nur unser Land tut sich so schwer damit. Also ging es schnell nach Schweden wieder an die wunderbare Schärenküste. Auch das Wetter war dort besser. Nach einem Tag auf dem Campingplatz stehen wir jetzt wieder "frei" in der Felsenlandschaft. Während ich dies schreibe, bewundern wir aus dem Auto heraus einen herrlichen Sonnenuntergang. Das Essen besteht seit Tagen nur noch aus Fisch in allen Variationen. Wir machen ausgiebige Wanderungen in den Schären und genießen die würzige Meeresluft.

23.09.2017

Die Tage werden hier schon merklich kürzer, die Sonne verschwindet schon nachmittags unter dicken Wolken und das Tageslicht wird schwächer. Zwischen den beiden Nationalparks "Rondane" und "Dovre-Fjell" zieht sich die Straße endlos hin bis zur E6. Auf den Bergspitzen gab es nachts den ersten Neuschnee. Langsam geht der Urlaub zu Ende, die Strecke bis nach Göteborg ist noch weit. Nach der gewaltigen Kraftanstrengung des Ausbaus der E6 in den letzten beiden Jahren kann man jetzt autobahn-ähnlich von Oslo bis fast nach Mittelnorwegen hoch brausen. So ging es heute für uns recht flott andersrum gen Süden bis kurz nach Lillehammer an einen grossen See. Ein Standplatz wurde schnellgefunden.

20.09.-22-09.2017

Nach zwei erholsamen Tagen auf dem Campingplatz am Geirangerfjord fuhren wir weiter. Geiranger ist von der Landschaft her sehr schön, der Ort selber aber von Touristen, besonders aus fernost, überlaufen. An jeder Ecke werden Souveniers angeboten und die Preise für Lebensmittel etc. sind sehr hoch. Also brachen wir auf, befuhren wieder den kurvenreichen "Adlerweg", diesmal auf der nördlichen Seite und gelangten so nach längerer Fahrt an den Atlantik zum kleinen Fischerort Bud. Bunte Häuser drängen sich um den kleinen Hafen an dessen Ende sich eine Fischfabrik befindet und ein Freilichtmuseum mit ehem. Befestigungsanlagen der Nazis, dem sogenannten Atlantikwall. Vorher wurde noch die Stadt Molde besucht die uns sehr gefiel. Im örtlichen Fischgeschäft deckten wir uns mit allerlei Meeresgetier ein. Ob zum braten oder geräuchert, Fisch ist hier sehr preiswert im Vergleich zu Deutschland. Leider aber nicht überall in Norwegen. Nach einer ruhigen Nacht auf einem Parkplatz im Hafen von Bud ging es weiter bis zur berühmten "Atlantikstraße" die ich von meiner Reise 2015 schon kannte. Leider wurde das Wetter wieder schlechter und wir beschlossen weiter zu fahren. Bei Andalnes auf einem großen Parkplatz unterhalb bedrohlicher Berghänge war die Fahrt für heute zu Ende.

18.09.-19.09.2017

Die Heimat der Trolle liegt in Jotunheimen, Norwegens höchstem Gebirgszug. In diese karge Hochgebirgswüste des Sognefjells führte unsere weitere Reise. Am 16.09. ging es noch eine Weile am Lustrafjord entlang mit herrlichen Ausblicken und danach in immer steileren Serpentinen auf die Hochebene hinauf. Die Straße war wieder sehr schmal und lange Zeit einspurig. Nur an einigen Ausweichstellen konnte man warten und die entgegen kommenden wenigen Fahrzeuge vorbei lassen. Wieder erwartete uns eine weite, karge baumlose Landschaft die bis an den Horizont reichte. Die Flechten und kleinen Sträucher strahlten in dunkelroten, gelben und rostfarbenen Farben zwischen unzähligen Felsen. In der Ferne sah man den "Goldhopping" und "Glittertinden", die zwei höchsten Berge Norwegens mit ca. 2500m Höhe in den Wolken verschwinden. Eine Landschaft, die es nur in Skandinavien gibt. Lange ging es über diese Hochebene, bis die Straße langsam wieder bergab verlief und die ersten Birken im letzten Sonnenlicht golden erstrahlten. Ein erster einsamer Übernachtungssplatz an einem Fluss wurde inspiziert und für 2 Stunden in Beschlag genommen, dann aber wieder verlassen. Mein Bauchgefühl war irgendwie negativ als in der Dämmerung ein völlig verdreckter Kleinbus mit nicht lesbarem Nummerschild und Müll im Auto sowie sonderbaren Leuten mit Hund vorbei fuhren um ganz in der Nähe auch zu übernachten. In der Dunkelheit brachen wir also auf, tasteten uns den sehr steinigen Weg am Fluss zurück und steuerten den nächstbesten Campingplatz an.

Am nächsten Morgen rauschten wir auf der guten ausgebauten Reichsstraße 15 wieder durch ein Farbenmeer des skandinavischen "Indiansummers" hinauf auf das nächste Fjell um danach auf dem berühmten "Adlerweg" mit 10% Gefälle steil abwärts in unzähligen Serpentinen hinab zum berühmten Geirangerfjord zu gelangen. Dieser Adlerweg wurde im Jahre 1900 erbaut und wurde aufgrund seiner kühnen in Fels gehauenden Bauweise auf der damaligen Weltausstellung ausgezeichnet. Heute durchweg noch schmal, aber gut geteert, war diese Straße noch in den 1970er Jahren ein richtiges Abenteuer als ich sie erstmalig durchfuhr. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mein Opel Record (Fließheck....ein Traum) mehrmals heiß lief und kochte und ich ihn auf steiler Piste häufig stoppen musste.  Aber heute ging es gut und ein Campingplatz ganz unten direkt am Geirangerfjord war kurz nach Mittag erreicht. Dieser Platz wird für zwei Tage unser Zuhause.

17.09.2017

Nach der vielen Fahrerei und den Erlebnissen bisher, wurde heute ein Ruhetag eingelegt und zwar auf dem besagten Campingplatz am Nationalpark. Die Planungen für die nächsten Tage sehen eine weitere Fahrt Richtung Norden vor.

15.09.-16.09.2017

Rund um den Jostedalbreen-Nationalpark gibt es viel zu entdecken. Da wäre zum Beispiel die alte Stabkirche von "Urnes" aus dem 12. Jhd. am schönen Lustrafjord. Sie ist die älteste Stabkirche der Welt und zählt zum Unesco-Kulturerbe. Bei Sonnenschein ging es mit einem Boot auf die andere Seite des Fjords. Danach noch ein Fußmarsch auf einen Berghang und die alte Holzkirche lag vor uns. Das Holz der  Kirche ist auch nach über 800 Jahren in einem vortrefflichen Zustand. Berühmt sind auch die angebrachten Ornamente, die vorchristliche Symbole enthalten. Links und rechts stehen Apfel-und Birnbäume, dazwischen Erdbeer-, Himbeer-, Blaubeerkulturen. Man wundert sich, was hier noch alles wächst. Nach der Besichtigung ging es  wieder zu Fuß auf das Boot ans andere Ufer wo das Wohnmobil stand. Am frühen Nachmittag fuhren wir von Graupne auf einer kleinen Straße in das Jostedal hinein und gelangten auf einen herrlichen Campingplatz in Gjerde. Dieser Platz bekommt von mir die volle Punktzahl. Ein sehr freundlicher Empfang, moderne sanitäre Anlagen, freies WiFi überall, Rabatt auf Campingcard und vor allem die fantastische Lage direkt am Nationalpark. Am 16.09. stand deshalb eine größere Wanderung an bis an den Rand einer großen Gletscherzunge. Die Landschaft zeigt sich um diese Zeit in herbstlichen, bunten Farben. "Indiansummer" in Norwegen. Schäumende Wildbäche fliessen vom Gletscher über die hohen Berghänge ins Hochtal hinab. Das Wasser schmeckt besser als jedes gekauftes Mineralwassser. Die Wanderung bei strahlend blauem Himmel war ein Genuß. Es war so schön, dass abends sogar gegrillt werden konnte.

14.09.2017

Über Fojo ging es ins Landesinnere zum Ausläufer des "Jostetalsbreen", des größten Gletschers Europas. Damit kann sogar der gewaltige Aletschgletscher in der Schweiz nicht mithalten. Er umfasst eine Fläche von über 300  qkm.  In der Nähe einer Gletscherzunge wurde nach langer Kurverei die Weiterfahrt an diesem Tag beendet und ein kleiner Rastplatz angesteuert. Das Wetter war wieder sehr schön, die Sonne schien fast den ganzen Tag  und ich nahm mir die Zeit um ein paar Bilder zu machen. Die Gegend um diesen Gletscher werden wir noch die folgenden Tage erkunden. Abends fuhren die paar Autos weg und wir standen alleine mitten in einer großartigen Natur,  durch das Fenster mit Blick auf den Gletscher und einigen Wasserfällen  die von den hohen Bergen herunter sprudelten. Obwohl mitten in der Einöde, weit weg von Ansiedlungen, habe ich dank des kleinen Routers von Huawei fast immer ein ausgezeichnetes Mobilfunknetz. Die Anschaffung hat sich gelohnt. Allerdings  sollte man schon eine größere Flatrate, und zwar EU-Flatrate, besitzen. 

13.09.2017

Weiter ging es nordwestlich von Bergen auf kleinen Straßen zum Sognefjord, mit 300 km der längste Fjord der Welt und bis zu 1300 m tief.  Ein beeindruckeigendes Erlebnis und man glaubt es kaum, von der Sonne begleitet. Das Wetter wird zunehmend besser und die Landschaft mit mächtigen Bergen und tiefen Fjorden kommen jetzt richtig zur Geltung. Ein Traumplatz am Wasser auf einem kleinen Campingplatz wird an diesem Tag unser Zuhause. Aber kein Inhaber war weit und breit zu sehen, obwohl  die Sanitäranlagen offen standen und Licht brannte. Was solls, ein Standplatz direkt am Wasser wurde angesteuert und kurze Zeit später bruzzelten die unterwegs gekauften Lammkoteletts auf meinem Grill. Beim leckeren Essen und deutschem Bier wanderte der Blick über den Sognefjord, der hier noch sehr breit ist. Außer uns war nur noch ein junges Paar aus Schleswig-Holstein auf dniesem Platz. Sie fuhren mit eineum kleinen Schlauchboot hinaus und kamen mit 6 gefangenen Makrelen zurück. 2 Stück davon schenkten sie uns. Deie Nacht war wieder sehr m Ausläufer und kostenlos.

11.09.-12.09.2017

Nichts ärgert einen Fotograf mehr als ständiger Dauerregen. Und genau dieses war an diesen beiden Tagen der Fall. Die Fahrt ging von der Hochebene abwärts Richtung Bergen.  An einer der größten befahrbaren Hängebrücken der Welt westlich von Eidfjord wurde auf einem Rastplatz Eine weitere regnerische Nacht verbracht. Auf diese spektakuläre Brücke gelangt man aus einem Kreisverkehr heraus, der im Berg (Tunnel) liegt und auch auf der anderen Seite wieder in einen dunklen Kreisverkehr mitten im Berg mündet. Überhaupt ist Norwegen mit unzählichen Tunnel übersäht, die teilweise stockdunkle Röhren sind. Weiter ging es bis kurz vor Bergen wieder auf einen öffentlichen Rastplatz, der für eine weitere Übernachtung herhalten musste. Bislang wurde auf der gesamten Strecke von zuhause nur einmal ein Campingplatz angesteuert. Sowas geht in Norwegen und Schweden wunderbar, da dort das sogenannte "JedermannsRecht" gilt und man fast überall frei stehen kann. Da es regnet und regnet, konnte ich auch heute in Bergen zwar einige Fotos machen, aber mit Sicherheit zuhause wetterbedingt wieder löschen werde, da sie meinen Ansprüchen einfach nicht genügen. Überhaupt hat Bergen enttäuscht. Nichts als Touristenabzocke fast überall, der Fischmarkt vollkommen überteuert und die Stadtkulisse, bis auf die paar bunten Häuser aus der Hansezeit, uninteressant wirkte. Also ging es heute nach 4 Stunden Aufenthalt in Bergen weiter Richtung Norden an der Küste entlang. Während ich diese Zeilen schreibe, stehen wir irgendwo in der Pampa auf einem kostenlosen Parkplatz direkt am Wasser mit Blick aufs Meer, während es draussen wieder nieselt.

10.09.2017

Die Nacht auf der Hardangervidda war kalt und regnerisch, im Wohnmobil aber gemütlich wie immer. Draußen knapp über dem Gefrierpunkt, drinnen lief die Standheizung. Die schweren Regenwolken hingen tief über der weiten Ebene, die ganze Landschaft wirkte mystisch schön. Trotz des schlechten Wetters wurde eine kleine Wanderung über das Fjell gemacht. Danach ging es weiter zu einem weiteren Highlight, 50 km weiter zum mächtigen Wasserfall Vöringfoss. Mit 182 m freiem Fall einer der beeindruckendsten Wasserfälle Norwegens. An den bedeutesten Aussichtspunkten wurden in ganz Norwegen waghalsige Plattformen gebaut, so auch hier. Langsam tastet man sich auf nassen Metallplatten vorwärts um dann am Geländer in eine schwindelerregende Tiefe zu schauen. Was für eine Anblick! Ich hoffe, dass die gemachten Bilder etwas davon wiedergeben.

09.09.2017

Von Drammen ging es heute über Kongsberg hoch nach Geilo auf der Reichsstraße Nr. 40 auf das Fjell der Hardangervidda, einer riesigen Hochebene. Hier wachsen keine Bäume mehr, nur kleine Sträucher und Flechten ziehen sich weit bis zum Horizont. Dazwischen viele kleine und größere Seen. Ein Paradies für Wanderer. Von Mitte Oktober bis weit in denJuni hinein liegt hier meterhoch der Schnee. Aber jetzt ist die einzige Straße, die nach Bergen über diese Hochebene hinüber führt, schneefrei und gut befahrbar. Auch die berühmte Bergenbahn führt hier entlang. Oben auf dem Fjell wurde schnell ein "wilder" Platz für die Nacht gefunden und noch ein paar Fotos gemacht. 

05.-08.09.2017

Nach einer ruhigen Nacht am Bühler Leuchtturm ging es 20 km zurück nach Kiel zum Schiffsanleger der Stena Line. Dort kann man sich schon morgens in die Reihe für Wohnmobile stellen und den ganzen Tag für einen Stadtbummel in Kiel nutzen. Kiel ist eine wunderbare Stadt, liegt sie doch unmittelbar an der Ostsee mit Blick auf die Kieler Förde. Die große Fußgängerzone ist nur 200m vom Anleger entfernt. Also nichts wie hin. Mitten im riesigen Einkaufscenter, ich saß gerade über einem leckeren Asia-Teller, gab es Terror-Alarm, ja richtig! Alle Besucher wurden zu den Ausgängen gedrängt, nach 2 Minuten fand ich mich auf der Strasse wieder (ohne mein Essen). Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei.....es handelte sich (nur) um eine Übung! Aber der Schreck war groß. 

Abends um 19 Uhr legte das Schiff dann ab Richtung Göteborg in Schweden. Bei ruhiger See lief es am nächsten Morgen gegen 9 Uhr in Göteborg ein und im Gegensatz zu den Tagen zuvor, regnete es hier in Strömen. Ohne Halt in Göteborg ging die Fahrt 150 km gen Norden an die Schärenküste, genauer gesagt zur Insel Smögen, die ich schon kannte. Und hier wurde das Wetter am nächsten Tag richtig schön mit viel Sonne, so dass die herrlichen Schären, eine riesige Ansammlung von Felsen und kleinen Inseln, zur Wanderung einluden. Für jeden Besucher, der die Route nach Norwegen fährt, kann ich diesen Abstecher nur empfehlen.  

Daneben lockt ein reichhaltiges Angebot an Fisch jeden Genießer. Nach zwei Tagen an diesem herrlichen Ort ging es langsam weiter an der Schärenküste entlang, immer auf kleinen Straßen bis in Swinesund die norwegische Grenze passiert wurde. 50 km vor Oslo zweigt eine neue Straße Richtung Drammen ab und verläuft in einem 8 km langen Tunnel unter dem Oslofjord. Das Wetter war schlecht, es regnete wieder ununterbrochen, also wurde die Fahrt fortgesetzt bis zu einem Campingplatz in Drammen. Von dort geht es die nächsten Tage in die Norwegische Bergwelt.

02.-04.09.2017

Bei bestem Wetter ging es flott in den Norden Deutschlands. Das Tagesziel war diesmal die Lüneburger Heide, zu dieser Zeit eine wahre Augenweide. Riesige Heideflächen stehen in voller Blüte und verschlungene Wanderwege und Pfade laden zum Erkunden ein. Warum war ich hier nur so selten? Das letzte Mal vor ca. 30 Jahren, was lag also näher, dieses schöne Fleckchen Erde noch einen Tag länger zu erwandern. Die dicken Wolken unter einem strahlend blauen Himmel berührten fast diese liebliche Heidelandschaft, ein Erlebnis der besonderen Art. Am 3. Tag dieser Reise ging es weiter bis kurz vor Kiel nach Kaltenkirchen. Hier lockt wie jedes Jahr ein herrlicher, kostenloser Stellplatz zum Übernachten. Natürlich bei einem großen Thermalbad, das nicht ausgelassen wurde. Ein weiterer Stellplatz Tipp sei hier noch erwähnt: Er liegt direkt beim Bühler Leuchtturm nördlich von Kiel. Man schaut aus dem Wohnmobil direkt auf die Mündung der Kieler Förde und kann viele Schiffe beim Ein-und Auslaufen beobachten. Wenn man um 20 Uhr kommt ist die Nacht kostenlos.

 

 

 

Auch in diesem Jahr geht es wieder in den hohen Norden. Gestartet wird Anfang September mit Ziel Schweden und Norwegen. Das Land der Fjorde will diesmal im Süden und Mitte Norwegens erkundet werden. Natürlich darf auch Schweden nicht fehlen. Es wird bestimmt wieder eine interessante Rundreise mit aktueller Berichterstattung und vielen Fotos. Die Vorbereitungen  sind in vollem Gange. Lassen wir uns also überraschen.

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Sächsische Schweiz und entlang der Elbe

Ein Wunsch von mir war schon immer, einmal entlang der Elbe zu fahren und die überwältigende Natur der Sächsischen Schweiz im deutsch-tschechischen Grenzgebiet  zu erleben und danach stromabwärts der Elbe zu folgen. Da dies wieder ein zeitnaher Bericht wird, weiß ich selber noch nicht, was mich alles erwartet. 

 

10.06.2017

Abfahrt von zuhause war wie (fast) immer ein Samstagmorgen, denn auf kilometerlange Lkw-Staus kann ich verzichten. Es ging deshalb flott voran an Karlsruhe, Heilbronn und Nürnberg vorbei. Ins Staunen kam ich auf Bayerns Autobahnen, sind diese doch überragend gut ausgebaut. Zumindest die A9 ist in einem so guten Zustand, wovon zum Beispiel Nordrhein-Westfalen nur träumen kann. Aber kommt nicht unser Verkehrsminister Dobrindt selbst aus Bayern? Da fließen wohl ordentlich Bundesmittel  in sein Heimatland. Gegen Mittag war ich schon in Sachsen. Hier beeindruckte mich die grüne Landschaft und die bewaldeten Flächen des Erzgebirges. Von "rauchenden Schloten" und maroden Gebäuden der ehemaligen DDR ist absolut nichts mehr zu sehen, dem Soli sei Dank. 1989 war ich kurz nach der Wende mit meinem damaligen Wohnmobil, einem Mercedes 508D (ehemaliger Postbus) in Magdeburg und Umgebung und sah noch die DDR in ihren letzten Zügen. Aber das ist eine andere Geschichte und liegt fast 30 Jahre zurück. Im Herzen der Sächsischen Schweiz liegt der kleiner Campingplatz "Ostrauer Mühle", den ich nachmittags erreichte und schon jetzt wärmstens empfehlen kann. Er ist preiswert und sehr sauber. Außerdem bietet er sich vorzüglich als Ausgangspunkt für Touren zu den nahe liegenden Naturschönheiten an. In der platz eigenen Gaststätte "Flößerstube" gibt es neben gut bürgerlicher Küche ein leckeres Schwarzbier vom Fass, ein köstlicher Abschluss dieses Tages.

 

11.06.2017

Eigentlich wollte ich diesen Tag nach der langen Anreise zum Relaxen nutzen, aber daraus wurde nichts. Um 7 Uhr war ich wieder wach und fühlte mich fit für eine kleine Foto Session. Naja, dachte ich, der nahe liegende Wasserfall ist ja mit dem Bus schnell erreicht, ein paar Fotos machen und danach wieder zurück zum Campingplatz. Der Bus hielt kurz hinter dem Wasserfall, ich konnte ihn von dort nicht sehen. Also kurz zurück laufen oder zuerst lieber den verlockenden Wanderweg ein Stück bergauf laufen? Da ich zur Zeit nachts immer Schmerzen im rechten  Bein habe, dachte ich, dass Bewegung sicher gut für die Durchblutung ist. Also entschied ich mich für die Wanderung......sie sollte 8 Stunden dauern. Und das mit voller Fotoausrüstung (Kamera, 2 Objektive, diverses Zubehör, Stativ und Wasserflaschen). Warum tue ich mir sowas an? Es hatte zwei Gründe. Erstens ging es so steil bergauf, dass ich nach einer Weile nicht mehr zurück wollte und hoffte, dass es nur besser werden kann. Und zweitens eine so grandiose Landschaft, die man kaum in Worte fassen kann. Ein Wanderweg hoch droben entlang gewaltiger Felsformationen, darunter  der endlose Wald des Nationalparks "Sächsische Schweiz" und immer wieder diese überwältigenden Ausblicke. Obwohl der Schweiß in Strömen floss, vergaß ich meistens die Anstrengung...obwohl es, zugegeben, eine wahre Schinderei war. Natürlich legte ich viele Pausen ein, alleine schon der Fotos wegen. In den nächsten Tagen werde ich ein paar davon wie üblich hier einstellen. So wanderte ich stundenlang meist auf schmalen Wegen und häufig auch sehr steinig zwischen Felsen und tiefen Abgründen entlang. Der Weg wollte einfach kein Ende nehmen und war doch einmalig schön. Weit unten floss die Elbe, die ich ein paar Mal sehen konnte. Spätnachmittags erreichte ich das kleine einspurige Bähnlein, eine historische Triebwagen-Bahn, welche am Campingplatz vorbei fuhr und mich dort absetzte. Ein anstrengender und nicht geplanter, aber herrlicher Wandertag ging damit zu Ende. 

 

 

 

12.06.2017

In Bad Schandau werden diverse Schiffstouren auf der Elbe angeboten. Eine davon führt in südöstliche Richtung in die Tschechische Republik. Dieser Tour konnte ich nicht widerstehen, ist sie mit 12 € hin und zurück auch noch preiswert. Die Fahrt ging 2 1/2 Stunden auf der Elbe entlang zum kleinen Ort Hrensko in Tschechien. Dieser Abschnitt der Elbe zählt zu den schönsten des langen Flusses, denn links und rechts ragen die felsigen Höhen des Nationalparks empor. Nach dem anstrengenden Tag zuvor war es eine erholsame und sehr interessante Abwechslung. In Hrensko fallen die unzähligen asiatischen Händler auf, die den gesamten Ort mit ihren Verkaufsständen in Beschlag genommen haben. Da der Aufenthalt dort auf 2 Stunden begrenzt war und es sehr heiß war, reichte es nur für eine kurze Besichtigung und ein Aufenthalt in einem lauschigen Biergarten für ein "echtes" Bier aus Tschechien. Die Braukunst beherrschen sie, das Bier schmeckte sehr gut im Gegensatz zur Gulaschsuppe. Diese war fast ungenießbar! Danach ging es wieder zum Schiffsanleger und eine nochmalige Schiffsreise, diesmal in andere Richtung, führte mich wieder zurück nach Bad Schandau. Unterwegs gab es wieder viel zu sehen. Entlang der Elbe führt eine Eisenbahnlinie, auffällig waren hier die endlos langen Güterzüge mit 2 Lokomotiven vorne weg, die wohl Erz oder Kohle transportierten. Auch an einer alten Schiffswerft aus DDR-Zeiten führte die Route vorbei. Mit dem Linienbus ging es danach zurück bis zum Campingplatz.

13.06.2017

An diesem Tag erkundete ich die nähere Umgebung mit dem Wohnmobil. Allerdings führen die Straßen durch das Gebirge meist in engen Tälern entlang, so dass die Aussichten sehr begrenzt sind. Hier ist Wandern oder Klettern das A und O. Aber was ich am ersten Tag eigentlich machen wollte, nämlich den Lichtenhainer Wasserfall zu fotografieren, holte ich jetzt nach. Ich erwartete hier keine großen Kaskaden, aber den Namen "Wasserfall" hat dieser Rinnsal nicht verdient. Lustigerweise ist er trotzdem eine riesige Attraktion, haben sich doch 2 Biergärten und große Verkaufsstände mit Touristen Schnickschnack davor breit gemacht. Und hier befindet sich auch der letzte Haltepunkt der historischen Kleinbahn nebst Bushaltestelle. Entsprechend war der Besucherandrang. Eines steht fest: Der Rinnsal wird bestens vermarktet. Erinnert mich sehr an Triberg im Schwarzwald, dort ist es ähnlich. Nur dass der Wasserfall dort als der größte und längste Deutschlands vermarktet wird und das Anschauen alleine schon Eintrittsgeld kostet.

Kurz und gut, ich wollte dem Lichtenhainer Wasserfall einen würdigen Ausdruck verleihen und hielt ihn in einer Langzeitbelichtung fest. In Gedanken nannte ich ihn "das kleine Paradies" und hoffe, dies ist mir einigermaßen gelungen.

14./15.06.2017

Neben der großen "Sächsischen Schweiz" gibt noch die kleinere Version, die "Kleine Sächsische Schweiz" bei Pirna, mit einer wahrlich einzigartigen natürlichen Felsenbühne, der Bastei. Dorthin zog es mich schon ganz früh hin. Um 5.30 Uhr kurz nach Sonnenaufgang stand ich auf diesem Platz und erlebte ein großartiges Panorama, was kaum noch zu überbieten ist. Inmitten einer Felsenlandschaft ging der Blick weit ins Land zu den umliegenden Gipfeln, die fast wie Vulkane aussehen. Rechts lag in der Ferne die mächtige Festung "Königstein" und als fotografisches Sahnehäubchen lag noch dichter Nebel unten in den Tälern. Was für ein Anblick! Außer mir waren doch tatsächlich noch eine Handvoll andere Fotografen um diese Uhrzeit vor Ort. Wie heißt es doch: Früh morgens und abends gelingen die besten Aufnahmen. Es gibt dort oben sehr viele Aussichtspunkte, die man erleben kann. Man hat auch einen fantastischen Blick auf die Elbe. So streifte ich an diesen beiden Tagen in dieser Gegend umher und war von der Landschaft begeistert. Auch die Freundlichkeit der Menschen hier überraschte mich, außerdem schmeckte mir der Kuchen und die leckeren Brötchen sehr. Einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz gibt es im kleinen Örtchen "Struppen", der von mir die volle Punktzahl erhält. Er ist an Ausstattung, Sauberkeit und Hilfsbereitschaft der Besitzer kaum noch zu überbieten. Erwähnenswert ist auch die kleine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit einer faszinierenden Ausstrahlung und das kleine Schloss mit einer bewegten Geschichte. Um Struppen herum erstrecken sich weite Getreidefelder und man hat eine wunderbare Fernsicht. Ein Platz für mehrere Tage.

17./18.06.2017

Ein Teil meiner Familie wohnt seit einiger Zeit in Dresden und ein Anlass dieser Reise war natürlich der Besuch meiner Lieben. Leider war das Wetter am Abend so schlecht, dass ich keine Fotos machen konnte. Trotzdem waren die Streifzüge durch diese Stadt sehr aufschlussreich und interessant. Die ganzen Sehenswürdigkeiten erschlagen einen förmlich und man muss schon gut zu Fuß sein. So verbrachte ich schöne Stunden mit meiner Familie  und staunte nicht schlecht, als Mike, mein Enkelkind, mir seine Fähigkeiten auf der E-Gitarre vorführte. Absolut meisterhafte Gitarren-Riffs und das mit 15 Jahren. Klasse Mike! Es sei auch noch erwähnt, dass sich der Campingplatz Dresden-Mockritz hervorragend für einen Besuch dieser Stadt eignet, fahren doch 2 Buslinien direkt vor dem Platz in die Innenstadt. Dazu ist er ziemlich preiswert.

 

19./20.06.2017

Nach Dresden ging es noch ein Stück weiter über Meißen bis nach Torgau, immer an der Elbe entlang. Diese beiden Städte erheben sich mit ihren Schlössern und Türmen majestätisch an der Elbe und haben mich sehr beeindruckt. Torgau zählt mit zu den Städten, wo Martin Luther eine Zeit lang wohnt. Aber nicht nur Luther, auch Lucas Cranach, Zar Peter I. und Napoleon prägen die Geschichte von Schloss Hartenfels. Ein "Muss" also auf meiner Reise. Nach dem ich das Schloss und die Stadt besichtigt hatte, verbrachte ich die übrige Zeit am Fluss. Denn hier befindet sich ein kostenloser Wohnmobilstellplatz, direkt am Wasser. Leider wurde es heißer und heißer, das Thermometer stieg auf über 30 Grad und im Auto war es kaum noch auszuhalten. Deshalb beschloss ich meine Tour vorzeitig abzubrechen. Eine lange Rückfahrt über 650 km stand mir dann noch bevor. 

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"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

                                                                                                                                                (Jack Kerouac)

 

„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


Meine Ausrüstung:

Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

                                              Die Fotos werden mit Lightroom etwas bearbeitet und archiviert. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format:


Weitere Links:                  

http://www.fotocommunity.de/                                                   Pentax /Ricoh                                              Promobil-Forum

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