Fotos von kleinen Exkursionen im Okt./Nov. 2016

Vulkane in Deutschland? Natürlich keine Aktiven, aber wenn man diese Landschaft betrachtet und die typischen längst erloschenen Vulkankegel sieht, die übrigens in Deutschland einzigartig sind, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Vor Jahrmillionen Jahren waren diese Vulkane sehr aktiv. In diesem Hegauerland bei Singen nahe dem Bodensee fand man außerdem die ältesten von Menschenhand bearbeiteten Gegenstände sowie 54 Keltengräber und viele spektakuläre Schätze aus der Römerzeit. Hierhin fahre ich des öfteren und habe noch längst nicht alles gesehen.

 

 

Im Spätherbst zeigt sich der Elsass in seiner ganzen Pracht, wenn die Weinberge in vielen Farben von Gelb bis Rot in der Sonne leuchten und die saftigen Trauben die letzten Wärmestrahlen aufnehmen. Hierhin fahre ich jedes Jahr für ein paar Tage, der Elsass liegt fast vor der Haustür.

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Nordmeer und Lappland im Herbst 2016

30.08.2016 

Nach 4 Tagen Aufenthalt in Kiel bei schönstem Wetter geht es heute auf die Fähre Kiel-Göteborg mit der StenaLine. Gegen 19 Uhr legt das Schiff ab und wird am 31.08.2016 morgens um 9.00 Uhr  in Göteborg einlaufen. Gestern stand ich noch auf einem herrlichen Stellplatz am Bülker Leuchtturm bei Kiel (7€) mit freiem Blick auf die gesamte Kieler Förde. Zum Schiffe beobachten ein  top Platz. Mit ein paar Bildern starte ich diesen Blog und werde weiterhin möglichst aktuell über meine lange Reise in den hohen Norden berichten.

31.8./01.09.2016

Die Schiffsreise in der Nacht zum 31.8. war ruhig, es herrschte kein Seegang. Bei flotter Fahrt ab 9.30 Uhr auf dem "Inlandsvägen" ging es bei schönem Wetter bis hoch nach Darlana insgesamt ca. 480 km. Am großen Siljan-See fand ich einen kostenlosen Stellplatz direkt am See und ließ den Tag ausklingen. Wie der Zufall will, lernte ich ein holländisches Ehepaar kennen, d er Mann ist auch Fotograf. Also wurde beim Bier noch lange gefachsimpelt. Am nächsten Morgen war ich sehr früh auf den Beinen um Fotos vom Sonnenaufgang über dem See zu machen. Weiter ging es anschließend durch die grenzenlosen Wald- und Seelandschaften Darlanas, Jämtland und Härjedalen. Das Fahren oder besser gesagt das Cruisen bei 80 km/h ist ein Genuss. Unterwegs wurden natürlich auch Fotos gemacht und nachmittags fuhr ich schon an Östersund vorbei auf die R340, eine kleine, aber lange Straße nach Norwegen. An einem einsamen See stehe ich zusammen mit zwei weiteren Campern. Zum ersten Mal auf dieser Reise suchte ich Pilze und machte mir daraus mit einigem Gemüse und Käse einen leckeren Auflauf. Mal schauen, ob sogar das erste Lagerfeuer noch heute Abend brennt.

02.09./03.09.2016

Von dem kleinen, versteckten Badeplatz bei Bedbyn an der 340 fuhr ich am 02.09. früh los und sollte eine weitere, fast unberührte Traumstraße erleben. Die 340 in Schweden und die spätere 74 rüber nach Norwegen bis nach Grong führt durch dicht bewaldete, von zahlreichen Seen umgebene Landschaft hinauf auf das Fjell, umgeben von imposanten Bergen. Das nordische Licht ließ die Landschaft immer wieder goldgelb aufglühen, rötlich schimmernde Hochmoore wechselten sich mit Wald ab. Der Herbst hält hier schon früh Einzug, man sieht es. Pilze, Blaubeeren und Heidelbeeren gibt es im Überfluss. Ich hielt oft an, machte Fotos oder genoss einfach diese zauberhafte Natur, für mich das Paradies auf Erden. Auffallend waren auch die alten, knorrigen Kiefern, abgestorben aber wie mahnende Wächter harren sie dort oben aus. Wie lange wohl schon? Oben auf dem Fjell angekommen, stellte ich mich auf einen großen Rastplatz, der auch für Wohnmobile als Stellplatz dient. Neben mir standen dort nur noch zwei weitere Fahrzeuge zum Übernachten. Ein naher rauschender Wildbach ließ mich schnell einschlafen.

In der Nacht war es sehr kalt nahe am Gefrierpunkt, auch das Frühstück am nächsten Morgen ging nur mit Heizung im Auto. Der Polarkreis ist nicht mehr allzu weit. Ich wanderte noch etwas im Fjell herum und fuhr dann weiter auf dieser Traumstraße nach Norwegen hinüber. Unterwegs jagte mir eine 5-köpfige Elchherde einen gehörigen Schrecken ein, die plötzlich keine 50 Meter vor mir die Straße kreuzte. Der schwarze Elchbulle war bestimmt an die zwei Meter groß und hätte mein Auto in Trümmer gelegt. Nach weiteren 100 km auf norwegischer Seite rollte ich langsam bergab der E6 entgegen und stieß bei Grong auf diesen fast 3000 km langen Nordland-Highway der bis nach Kirkenes an die russische Grenze an das Polarmeer führt. Ich schätze mal dass bestimmt fast 90% aller Urlauber diese Straße benutzen um an ihr heiß ersehntes Ziel, das Nordkap, zu kommen. Aber sollen die nur, die restlichen viel schöneren Straßen, die ebenfalls nach Norden führen teilen sich die anderen 10% Reisende, mich eingeschlossen. Also fuhr ich lediglich bis Mosjoen auf der E6 weiter um dann kurz danach links auf die 78 (mehere Tunnel bis 12 km lang) und dann auf die Nordmeer-Panoramastraße 17 einzuschwenken. Nach insgesamt 300 km an diesem Tag lag mein Ziel schon in Sichtweite. Der Campingplatz "Sjobakken fiske Camping" in Levang am Ranfjord. Einer der schönsten CP in Norwegen! Hier werde ich 2-3 Tage in Ruhe ausspannen und die Umgebung am Meer genießen.

04.09.2016

Nur ab und zu kommt die Sonne hervor, ansonsten ist sehr durchwachsenes Wetter angesagt mit Regenschauer und 12 Grad Außentemperatur. Also viel im Wohnmobil sitzen und entspannen. Mittags war ich angeln und hatte doch glatt beim ersten Biss einen Dorsch am Haken, der danach köstlich schmeckte. Falls es abends noch schöner wird, werde ich einige Fotos machen. Die folgenden Bilder habe ich schon mal vom Campingplatz aus gemacht.

05.09.2016

Dieser Tag war wieder einmal ein absolutes Highlight, auch weil das Wetter mitspielte. Nach der Abfahrt vom schönen Campingplatz ging es weiter auf der herrlichen Küstenstraße 17 wobei ich den Polarkreise überquerte. Bei strahlend blauem Himmel fuhr ich bis zu einem Kriegsmuseum, ließ mir eine Orientierungskarte (auf deutsch) geben und stattete der ehemaligen Heeresküstenbatterie Gronsviken einen Besuch ab. Es handelt sich dabei um eine in den Fels geschlagene kleine Festung der Nazis, ausgestattet mit diversen Flak-Stellungen, Schützengräben, Baracken, Wohnbunker usw., wobei die Überreste der Anlagen noch überall zu sehen sind. Diese Anlage liegt an einem der schönsten Küstenabschnitte Nord-Norwegens direkt am Meer mit Blick auf unzählige vorgelagerte Inseln und eine atemberaubende Bergkulisse drum herum.  Hier verbrachte ich mehrere Stunden und stellte mir vor, wie es wohl vor 75 Jahren hier zugegangen sein mochte. Hatte man von hier Schiffe versenkt oder anfliegende Flugzeuge abgeschossen? Sind Menschen zu Tode gekommen? Daheim werde ich mich mal näher damit beschäftigen. Aber der Tag war zu schön um sich in trüben Gedanken zu verlieren, die ganze Umgebung schrie nach Fotos, die ich natürlich gemacht habe. Der anschließende Abstieg von dem Felsplateau war mühsam, das Abendessen kurz und der Schlaf danach erholsam. Da ich zur Zeit kein Wlan habe sondern nur ein langsames 3G Netz stelle ich die Bilder von diesem Tag später nach und nach ein.

06.09./07.09.2016

Gestern noch herrliches Wetter mit viel Sonne, an den folgenden beiden Tagen Weltuntergangsstimmung was das Wetter anbelangt. Es regnete ununterbrochen Tag und Nacht begleitet von einem heftigen Orkan. Immer noch auf der Küstenstraße 17 ging es zuerst nach Eldhaugen, dann mit der Fähre eine Stunde rüber nach Jektvika und von dort weiter bis zum Swartisen Gletscher auf einen Rastplatz. Da es ununterbrochen schüttete konnte ich so gut wie keine Bilder machen oder wenn, dann mehr schlecht als recht. Aber es sollte noch recht lustig werden an diesem Tag. Vorab aber der Hinweis, dass von der Küstenstraße 17 der Gletscher mehrmals zu sehen ist und zwar direkt von der Straße aus, wogegen von der E6 aus noch ein langer Fußmarsch von 10 km bzw. ein teures Boot genommen werden muss bis man davor steht. Auf dem Rastplatz traf ich Taylor und seine beiden Freunde m/w, weitgereiste Tramper aus den USA, die sich schon jahrelang in ganz Europa und außerhalb davon rumschlagen. Bei Erbsensuppe und Kaffee aus meiner Bordküche kamen wir uns näher und einer hatte die famose Idee, doch noch zu einem völlig abgelegenen See oben aufs Fjell zu fahren. So verrückt, wie ich in meinem Alter noch bin, willigte ich ein und also ging es ab die Post nach einem 11 km langen Tunnel gleich rechts abgebogen auf eine kleine Schotterpiste und dann weiter durch 3 Tunnel, die den Namen Tunnel nicht verdient haben, waren es lediglich drei schwarze Löcher ohne jegliche Beleuchtung und Schlaglöcher ohne Ende. Dazu mehrere Kilometer lang stockdunkel.  Nicht umsonst die Schilder "auf eigene Gefahr". Mit vier Leuten im Auto schlitterten wir da durch und weiter aufwärts bis auf das Fjell, es goss dabei in Strömen. Eine Landschaft wie ein dramatisches Gemälde. Kurz und gut: Oben war zuerst kein See zu sehen, also liefen wir zu Fuß immer höher auf den Berg. Irgendwann konnte ich nicht mehr und blieb am Gipfelkreuz zurück. Unter uns lagen jetzt zwei Gletscherseen, die anderen drei liefen noch ein Stück weiter. Müde kehrte ich mit den anderen zum Bus zurück und spendierte eine Tee-Runde. Danach ging es zurück, die schwarzen Löcher wurden wieder passiert und eine Stück weiter in "Omes" lieferte ich meine drei Mitfahrer zum "Couchsurfing" bei einem schon dort wartenden Typ ab. Wie die sowas alles vorab organisieren bleibt für mich ein Rätsel. Von hier aus nochmal Alles Gute auf eurem langen Trip, meldet euch mal.

Müde und abgespannt fuhr ich danach noch ein paar Kilometer auf der 17 bis zu einem Rastplatz bei einem kleinen CoOp Laden, kaufte ein paar Sachen ein und verbrachte dann wie immer den Abend gemütlich in meinem "Rolling Home" während draußen mittlerweile ein Orkan blies und der Regen aufs Auto peitschte. Das Nordmeer war auch hier nur wenige hundert Meter entfernt.

Am 07.09.2016 ging es hoch bis zum berühmten "Saltstraumen", der weltweit mächtigste Gezeitenstrom, auch Mahlstrom genannt, frei nach Edgar Ellen Poe in einer seiner schwarzen Geschichten. Wie am Vortag regnete es immer noch, also war Strecke machen angesagt. Bei Bodö verließ ich die herrliche 17 und fuhr über Fauske weiter nordwärts nach Skardberget (Fähre E6) und bog kurz danach rechts auf die 827 ab. Nach weiteren 20 km blieb ich unterhalb des "Stetinden", Norwegens Nationalberg, auf einem Rastplatz für die Nacht stehen. Richtig zu sehen bekam ich dieses staatliche Heiligtum erst am nächsten Morgen.

 

08.09.2016

Nach einer ruhigen Nacht unter Norwegens Nationalberg, dem Stetinden, stieg ich in der Früh ein wenig diesem Berg entgegen. Dieser Berg ist Europa's größter zusammen hängender Stein und besteht aus dem gleichen Material wie die Lofoten Berge. Er ist 1392 m hoch und wurde erst 1910 zum ersten Mal bestiegen. Auch heute ist dieser Berg noch eine Herausforderung und nur mit Bergsteigerausrüstung zu begehen. Er galt schon bei der samischen Urbevölkerung als heiliger Berg und ist es mittlerweile für alle Norweger alleine schon wegen seiner außergewöhnlichen Form. Ich stieg also ein wenig den schlammigen Pfad hinauf entlang eines tosenden Bergbaches bis es für meine Verhältnisse nicht mehr weiter ging. Aber es war Frühsport morgens um acht Uhr.

Entlang der E6 ging es danach an Narvik vorbei bis nach Bardu zum nördlichsten Polar-Park der Welt. In weitläufigen Freigehegen in nordischer Landschaft ihren natürlichen Lebensräumen angepasst, kann man Polarfüchse, Bären, Wölfe, Vielfraß und Luchse beobachten. Auch Elche, Rentiere, Hirsche und sogar Moschusochsen finden sich in diesem außergewöhnlich großen Park. Ich nahm mir viel Zeit und schaute mir alles in Ruhe an. Ein vorhandener Wohnmobilstellplatz (16€ mit Strom u. Dusche) ist mein Zuhause für diese Nacht.

09.09.2016

Nach dem Regen und dem Matschwetter klart es endlich auf und die Sonne zeigt sich, ja es wird im laufe dieses Tages richtig schön. Auf meiner Reise ging es heute auf die Insel Senja, eine wirkliche Alternative zu den Lofoten. Der Massentourismus ist hier noch nicht angekommen, man findet wunderbare Plätze auch zum frei stehen. Der einzige Wermutstropfen sind die hohen Spritpreise hier oben. Die schroffen Berge auf Senja stehen denen auf den Lofoten in keiner Weise nach, die stillen Buchten finde ich hier sogar schöner. Man findet sie noch zahlreich. Von meinem Übernachtungsplatz im Bild habe ich abends wieder einen Dorsch (Kabeljau) gefangen. Mit einem zubereiteten gemischten Salat und Kartoffeln ein köstliches Abendessen.

10.09.2016

Die Insel Senja entpuppt sich als wahre Perle Norwegens. Ganz langsam umrunde ich diese Insel wobei ich sehr oft anhielt um die grandiosen Ausblicke auf die schroffen Berge und das Meer zu bestaunen. Ein absolutes Highlight sind die zackigen Bergspitzen nördlich von Skaland, die schroff und steil ins Meer abfallen. In einer einsamen, traumhaften Bucht fand ich einen ruhigen Parkplatz. Es herrschte absolute Windstille und die Sonne schien...ein weiteres Paradies auf Erden das es galt für wenigstens ein paar Stunden zu genießen. Bisher bin ich auf dieser Reise schon 3000 km gefahren und habe schon fast jedes Zeitgefühl verloren. Es gibt immer neues zu entdecken im großen Skandinavien und besonders an der endlosen Küste Norwegens. Gegen Abend fuhr ich dann den kleinen Zipfel auf der Karte hoch bis Medfjordvar, einem winzig kleinen Fischerort. Dort fand ich wieder einen hübschen, kleinen Übernachtungsplatz mit Blick auf den Fjord.

11.9./12.9.2016

Das Wetter hier oben spielt verrückt. An diesen beiden Tagen schüttete es wieder ununterbrochen und es war sehr kalt. Ich dachte zum ersten Mal ans Aufgeben und an eine spontane Rückreise. Aber irgendwie zog es mich doch weiter in der Hoffnung, ein klein wenig noch vom Sommer in Mitteleuropa abzubekommen. Immerhin herrschen in Deutschland in diesen Tagen Temperaturen von über 30 Grad, unvorstellbar. Also ging es erstmal ein kleines Stück weiter bis Lysnes und dort auf einen kleinen Campingplatz. Mit dem Inhaber handelte ich einen günstigen Preis aus und blieb dort bis zum 12.9.2016. Da es wie schon gesagt regnete, vertrieb ich die Zeit mit Lesen, Route abstecken, Kochen, Zocken....etc., hatte aber dabei immer einen Balkonausblick über den Fjord Stönnesbomen. An Fotos machen war nicht zu denken bei dem Sauwetter. Auch am nächsten Tag gab es noch keine Wetteränderung. Bei gerade einmal 5 Grad Außentemperatur ging machte ich diesmal Dampf auf der Piste und rollte nochmal ca. 300 km nordwärts. 80 km vor Alta führte eine kleine Straße nach Saltnes fast direkt vor den Oksfjordgletscher. Auf einem kleinen Parkplatz hielt ich an und richtete mich für die Nacht ein. Wie so häufig, stand ich ganz alleine auf einem Platz. Nach der Fahrt hierher auf der E6 mit riesigen Baustellen, Schlaglöchern und ständigem Regen war ich fix und fertig. 

13.09.2016

Man glaubt es kaum, aber der Regen war verschwunden. Nach einem erholsamen Schlaf schaute ich morgens aus dem Fenster und vor mir erstrahlte der Gletscher im vollen Glanz, was für ein Platz. Also schnell frühstücken, Kamera auspacken und raus, dem Gletscher entgegen. Der Oksfjordgletscher ist der einzige Gletscher auf dem mitteleuropäischen Festland, der noch ins Meer kälbert. Zwar mit einer kleinen Gletscherzunge, aber immerhin. Oberhalb erstreckt sich der Gletscher über eine riesige, unwegsame Fläche die man teilweise auf der Weiterfahrt nach Oksfjord auf der 882 sehen kann. In den umliegenden Fjorden sieht man überall Fischereianlagen der Lachs-Aquakultur. Bei Tappeluft an der 882 fand ich einen herrlichen, ruhigen Standplatz hinter einer kleinen weißen Kirche. Ich hatte diesen Platz schon auf der Vorbeifahrt registriert. Ein kleiner Tipp: Ein bis zwei Stunden bevor die Dunkelheit hereinbricht, sollte man immer in Abständen schon nach möglichen Stellplätzen Ausschau halten um gegebenenfalls auf einen zugreifen zu können, auch wenn das mit einer kleinen Rückfahrt verbunden ist.  Wenn es erstmal dunkel ist, wird die Suche oft sehr, sehr mühsam und nervenaufreibend, es sei denn man hat sowieso ein festes Ziel (zB Campingplatz). Nach der anstrengenden Fahrt am Vortag ruhte ich mich bei der Kapelle richtig aus und streifte auch ein wenig umher.

 

14.9./15.9.2016

Wieder Regen nichts als Regen der nur ab und zu etwas nachließ. Also fuhr ich diesmal bis Alta und checkte auf dem Campingplatz am Altafluss ein, stand dann sogar direkt an diesem breiten Fluss. Die Zeit nutzte ich für ein ausgiebiges Waschprogramm, da dort Waschmaschine und Trockner vorhanden war. Es wurde außerdem gekocht, gelesen und ein wenig gezockt, Strom und Internet war vorhanden. Draußen ging wieder einmal die Welt unter, im Wohnmobil war es um so gemütlicher. Aufgrund des schlechten Wetters habe ich meine Rückreise vorverlegt und werde zwei Wochen früher nach Deutschland zurückkehren. Die Umbuchung bei der StenaLine ging telefonisch problemlos.

 

16.09.2016

An diesem Tag ging es endlich auf der 93 hinein in die endlose Weite der Finnmarkvidda, eine Fläche größer als Schleswig-Holstein und pure Natur, besser gesagt Wildnis. Im Winter herrschen dort Schneestürme und Temperaturen bis Minus 50 Grad. Im kurzen Sommer von Ende Juni bis Mitte August ist die Mückenplage so groß, dass man diese Gegend nur mit Gesichtsschutz und viel chemischer Gegenmittel überstehen kann. Moore und Sümpfe dort sind die besten Brutstätten für diese Plagegeister, in Finnland auch "finnische Luftwaffe" genannt. Die drei Länder Norwegen, Schweden und Finnland grenzen hier aufeinander. Aber jetzt Mitte September sind die Mücken verschwunden weil die Nächte schon sehr kalt sind. Also fuhr ich in dieses große Gebiet hinein und wurde trotzdem etwas enttäuscht. Die herbstliche Farbenpracht war nur noch spärlich, wenn überhaupt zu sehen. Die Milliarden von kleinen Birken, die diese gigantischen Weiten bis zum Horizont abdecken hatten schon ihr Winterkleid an, nämlich gar nichts. Nackt und grau stehen ganze Armeen dieser kleinen armen Bäume da und warten hingebungsvoll auf den ersten Schnee der wohl bald eintreffen wird. Eine norwegische Jägergruppe zog mit ihren Flinten in die Sümpfe um irgendwelche Tiere zu schießen. Mich zog es weiter, Flüsse mit Stromschnellen, Wasserfälle und diese endlose Weite. Es macht Spaß solche Straßen zu fahren. Abends fand ich einen sehr einsamen Naturstellplatz mit  Wetterschutz und Feuerstelle, ja sogar Holz war vorhanden. Aber irgendwie beschlich mich eine Unruhe, hier mutterseelenallein inmitten der Finnmark zu übernachten. Den Menschen überfällt manchmal eine gewisse Urangst, aus grauer Vorzeit herrührend. Diese Wildnis trägt mit dazu bei. Mich überkam diese Angst plötzlich wie ein Anfall. Bären, Wölfe und ich alleine am Feuer, ach die mögen ja kein Feuer oder doch? Halluzinationen Peter? Oder diese schreiende Stille in der Nacht, waren da nicht Schritte? Da es schon dämmrig war musste ich unbedingt weg von hier, hoffentlich springt der Motor an. Alles mögliche schoss mir in den Kopf und das meine ich ernst. Es war sehr sandig an dieser Stelle, die Räder drehten durch, jetzt bloß nicht stecken bleiben. Schweißperlen liefen mir die Stirn herunter. Es klappte, mit aufheulendem Motor bretterte ich aus dem dunklen Wald die Piste bis zur Straße entlang und fuhr noch zwei Stunden durch die Einsamkeit bis ich einen Campingplatz fand. Dort war die Zivilisation wieder komplett. Mit vier anderen Campern verbrachte ich noch einen geselligen Abend bis der große Vollmond, ein sternklarer Himmel und Eiseskälte zur Nachtruhe riefen. In der Ferne heulte ein Wolf.

 

 

17.09.2016

Nach einem unruhigen Schlaf stand ich trotzdem früh auf und wartete auf den Campingplatz-Besitzer, der war am Vortag nicht da. Und kam auch diesmal nicht. Alle reisten ab, auch ich. Wenn jemand kein Geld braucht, dann soll es eben so sein, wieder was gespart. Allerdings ist die Saison eh vorbei und die meisten CP haben geschlossen oder man kann einfach frei stehen ohne Versorgung. Auf der Route gen Süden liegt in Schwedisch-Lappland am großen Fluss "Piteälv" ein herrlicher Naturplatz, den ich vom Vorjahr kannte. Also nichts wie hin, was sind schon 300 km? Dieser Platz liegt aber auch wieder fern ab der Straße, 15 km Schlaglochpiste müssen unter die Räder genommen werden mitten durch endlosem Wald. Rentiere kreuzen den Weg, also aufpassen. Wie erwartet standen dort schon einige Camper, der Platz hat sich mittlerweile herumgesprochen. Der "Trollforsen", gewaltige Stromschnellen, eine wacklige Hängebrücke und wieder unberührte Wildnis so weit das Auge reicht. Zwei Stunden wanderte ich umher und machte Fotos. Als es schon dunkel und wieder sehr kalt wurde, verzog ich mich schnell in mein Wohnmobil und warf die Heizung an.

18.09.2016

So langsam verabschiede mich aus Lappland und möchte diese Region noch mit einem Foto ehren, welches ich heute morgen um 5.30 Uhr aufgenommen habe. Die Sonne war noch nicht da aber es lag eine mystische Stimmung auf dem Fluss, die man nicht beschreiben kann. Ich habe versucht, diese ein wenig einzufangen. Nach einem starken Espresso und finnischem Brot (man darf kein Gebiss tragen) fuhr ich die E45 runter bis nach Hammerdal wo ich auf einem Campingplatz mit Internet etc . eincheckte und jetzt diese Zeilen schreibe. Wen es interessiert: Foto Langzeitbelichtung 30 Sec./1000er ND-Filter/Stativ

Bye Bye Lappland
Bye Bye Lappland

19.9./20.9.2016

Jetzt heißt es Kilometer fressen, bis Göteborg zum Fähranleger sind es schließlich noch ca. 1.500 km die ich fahren muss oder besser gesagt fahren will. Von Hammerdal geht es bis kurz hinter Östersund zu einem Abstecher nach Hoverberg, wo man auf einen tollen Aussichtsberg fahren kann. Der Blick schweift weit über eine große Seenlandschaft umgeben von unendlichen Wäldern. Der See birgt ein Geheimnis, ein riesiges Ungeheuer wurde hier im Jahre 1976 gesichtet. Aber lest es selbst im Bild, ich habe es abfotografiert. Übernachtet wurde wieder einmal auf einem kostenlosen wunderbaren Naturstellplatz direkt am See. Am nächsten Morgen ging es gleich weiter bis runter an den großen Vänern-See. Den kleinen preiswerten Stellplatz in Liljedal (10€) mit Strom, Duschen etc. kannte ich vom Vorjahr. Mit Blick auf einen Seitenarm des Vänern zählt dieser Platz für mich zu den besten überhaupt. Hier werde ich bis zum 22.9.2016 stehen bleiben und zum letzten Mal die herrliche schwedische Idylle genießen bevor es dann noch 200 km bis Göteborg auf das Schiff geht.

Schwäbische Alb

15.07-17.07.2016

Es wurde einmal wieder Zeit für eine kleine Rundreise. Und zwar Richtung Schwäbische Alb nach Bad Urach, einer schönen Stadt mit viel Fachwerkhäuser, einer alten Burgruine und einem sagenhaften Wasserfall. Und außerdem lädt dort ein herrliches Thermalbad zum Entspannen ein. Gegen Mittag war das Ziel erreicht und ein schöner. preiswerter Wohnmobilstellplatz (8 €) wurde das Zuhause für drei Tage. Der Markt am Samstag bei herrlichem Wetter war ein Genuss, der Weg vom Stellplatz dorthin dauert 20 Minuten, mit dem Bus geht es natürlich schneller. Das Stöbern in kleinen Läden, das Entdecken des noch mittelalterlich anmutenden Stadtkerns sowie das sehr gute Eis beim Italiener ließen die Zeit schnell verstreichen.

16.07-17.07-2016

Natürlich wurde auch das Thermalbad besucht mit Innen- und Außenbecken (Eintritt 12,50 € für 3,5 Std]. Allerdings bei 27 Grad Außentemperatur nicht sonderlich angenehm, da die Wassertemperatur 34 Grad betrug. Das Vergnügen ist zwar sehr entspannend aber im Herbst oder Winter wohl mehr angebracht. Danach ging es noch einmal zu Fuß in die Stadt. Am nächsten Tag stand eine lange Wanderung zum Uracher Wasserfall an. Vom Stellplatz geht man ca. 3,5 km was an diesem Wochenende von sehr vielen Menschen ebenfalls wahrgenommen wurde. Eine kleine Völkerwanderung.  Es war sehr heiß und mit gefüllter Fototasche und Stativ auch sehr schweißtreibend. Trotzdem hat sich der Weg gelohnt, am Ende rauschte der Wasserfall in einem grünen Blätterwald. Kein so mächtiger, wie ich schon viele sah sondern eher ein lieblicher Wasserfall der in vielen kleinen Fäden durch das Blätterdach rauschte. Wenn nicht die vielen Menschen wären, ein mystischer Ort.

18.07.2016

Von Bad Urach führt eine landschaftlich sehr schöne Straße nach Lichtenstein, wo auch das märchenhafte Schloss Lichtenstein steht. Weite Kornfelder und kleine Wälder auf den Höhenzügen der Alb wechseln sich ab, alles noch sehr natürlich und nicht verbaut, auch nicht mit Windrädern. Es war ein heißer Sommertag, langsam ohne Eile ging es hinauf zum Schloss. Dort angekommen wurde natürlich die Umgebung fotografisch entdeckt und auch der Schlosshof (2 € Eintritt, Führung 7 € extra) besucht. Die Aussicht von dort über die Alb ist einfach traumhaft! Nach einer ausführlichen Fotosession dort wurde die Heimat angesteuert. Bei 30 Grad Hitze wurde die Fahrt im Auto fast zur Tortur. Trotz weiterhin schöner Aussicht war man doch froh, abends wieder zuhause zu sein.

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Nord-Jütland

29.05.2016

In einem Rutsch ging es an diesem Sonntag nach Kaltenkirchen, nördlich von Hamburg. Hier gibt es einen kostenlosen WoMo-Stellplatz am örtlichen Thermalbad. Außerdem schön ruhig und viele Bäume. Abends machte ich die Bekanntschaft mit einem netten Ehepaar in meinem Alter. Im nahe gelegenen Bistro saßen wir noch lange und unterhielten uns über die alten Zeiten. Sie fuhren wie ich vor Jahren die ganze Palette an alten Daimler Kastenwagen wie zB den 406er oder 608er. Mit diesen schönen Erinnerungen schlief ich danach schnell ein.

30.05.2016

Obwohl ich von der langen Anreise und den Bieren am Vorabend noch ziemlich müde war, ging es weiter. Mit "On the Road again"...einem langen Boogie von Canned Heat aus den Lautsprechern erreichte ich schnell die Grenze bei Flensburg. Von dort fuhr ich nur noch auf Landstraßen durch das südliche Dänemark. Schnurgerade führen diese durch ausschließlich landwirtschaftliche Nutzflächen und einer leichten Hügellandschaft. Riesige Felder, alles grün, dazwischen leuchtender Raps und am Straßenrand häufige knallgelbe Ginsterbüsche. Traumstraßen können so nah liegen. Den deutschen Schilderwahn kennen die Dänen nicht, selten dass mal eins kommt.

Um 13 Uhr rollte ich auf die Insel Romö und fuhr sofort auf den riesigen Strand den ich von meiner vorigen Reise noch kannte. Bei 24 Grad gönnte ich mir nah am Meer das erste Sonnenbad. Kurze Zeit später kam Wind auf und wurde stärker. Er wirbelte viel Sand auf und einige Fahrzeuge fuhren sich fest und mussten rausgezogen werden. Es war Zeit wieder aufzubrechen. Im hohen Tempo fuhr über den weiten Strand zurück Richtung Ausfahrt und sah die Bescherung. Mitten in der Ausfahrt steckte ein großes Wohnmobil im Sand fest, da ging nichts mehr. Also ganz schnell reagieren, ich musste unbedingt das Tempo halten. Ich nahm die schmale linke Einfahrt in der Hoffnung dass jetzt niemand entgegen kommt und bretterte da einfach hindurch. Minuten später hatte mein "Tommy" wieder Asphalt unter den Rädern. Abends traf ich in Ribe ein, einer kleinen sehenswerten Stadt und hatte sogar noch Zeit auf ein Eis beim Italiener.

Auf dem kostenlosen WoMo-Stellplatz in Ribe Zentrum übernachtete ich, Seite an Seite inmitten anderer Wohnmobile, was ich so keine zwei Tage aushalten würde.

31.05.2016

Weiter nordwärts an Esbjerg vorbei bis nach Hvide Sande, dem legendären Anglerort. Natürlich standen dort wieder viele Angler und fingen Heringe oder Aale, allerdings keine üppigen Mengen wie ich schnell feststellte. Also ersparte ich mir die Kosten für die zwei Angelscheine und deckte mich dafür in einer der zahlreichen Räuchereien mit frischem Fisch ein um dann weiterzufahren bis nach Thorsminde, ebenfalls ein Anglerparadies. Am Museum, welches gerade umgebaut wird, ergatterte ich einen kostenlosen Stellplatz direkt an der Schleuse mit Blick über den kleinen Hafen.

Es war noch genügend Zeit für einen langen Abendspaziergang und einige Fotos. An der Küste hier gibt es kilometerlange Sandstrände. Auch die Zeugen einer unrühmlichen deutschen Vergangenheit sind in Form von alten Bunkerbauten noch sichtbar, die Überreste des von den Nazis erbauten Atlantikwalls.

01.06.2016

Während in Süddeutschland Katastrophenalarm war und viele Städte von Wassermassen buchstäblich überrollt wurden, war hier nichts davon zu spüren. Nur in der vergangenen Nacht tobte sich ein brachiales Gewitter aus in einer Stärke, wie ich es bisher noch nie erlebt habe. Ununterbrochen krachten Blitz und Donner um mich herum während es eimerweise aufs Dach schüttete. Aber morgens lachte wieder die Sonne vom Himmel und es wurde wieder schnell ganz warm. 

Der Leuchtturm "Bovbjerg Fyr" bei Ferring an der Steilküste Jütlands war mein heiß ersehntes nächstes Ziel. Ich kannte ihn von meiner vorigen Reise, ein Traum-Stellplatz schlechthin. Der Blick von dort schweift entlang der Klippen weit über das Meer und was liegt näher als beide Hecktüren weit zu öffnen und bei einer Kanne Kaffee auf der Rücksitzbank liegend diesen Ausblick zu genießen. Ich bekochte mich mit gebratenem Dorsch und einigen Beilagen, las nach dem großen Abwasch weiter die Autobiografie von Neil Young und ließ den wundervollen Tag ausklingen. Ganz zu schweigen von einem stundenlangen Marsch am kilometerweiten Strand und der erfolglosen Bernsteinsuche.

02./03.06.2016

Dieser Platz ist so schön, dass ich bestimmt ein weiteres Mal hier landen werde. Aber erstmal ging es weiter entlang der Westküste immer nordwärts. Von Ferring führte meine Route nach Thyboron, ebenfalls auf einer Landzunge gelegen aber eigentlich uninteressant. Schnell ging es mit einer kleinen Fähre auf die andere Seite und weiter bis nach Nörre Vorupör. Dieses Teilstück war wieder außerordentlich schön, links und rechts wechselten sich Wald- und Heidelandschaft ab. Die Strasse führte durch den Thy Nationalpark.  Nörre Vorupör liegt mitten drin im Park am Meer und lebt außer vom Fischfang noch vom Tourismus, der sich allerdings zu dieser Zeit in Grenzen hält. Im kleinen Supermarkt gleich nach der Einfahrt befindet sich auch die Anmeldung für den einzigen Campingplatz "Strandgardens Camping" wo ich dann auch eincheckte. Auf den ersten Blick wirkt er nicht gerade einladend aber beim Suchen nach einem geeigneten Standplatz fährt man auch auf die obere Seite und befindet sich inmitten der Dünen und sieht von dort auf das hier wirklich noch wilde Meer. Da noch viele Plätze frei waren stand ich kurze Zeit später auf meinem Traumplatz und blieb dort 2 Tage. Beim Schreiben dieser Zeilen ärgere ich mich, dass ich dort nicht noch länger geblieben bin. Für 11 € pro Tag einschließlich Strom und freies Wlan ist dieser Platz überwältigend preiswert...nun gut, die Sanitäranlagen waren noch Baujahr 70er Jahre aber dafür sauber, die Duschen funktionierten tadellos.

Lange Strandwanderungen wechselten sich ab. Einmal nach rechts zum kleinen Hafen wo die Fischerboote alle an Land liegen und die Surfer sich austoben, und am nächsten Tag früh morgens kilometerweit nach links bis an den Horizont ohne jemand zu treffen. Die harte Brandung mit meterhohen Wellen und dazu 25 Grad Lufttemperatur, es war einfach umwerfend. Die Karibik kann nicht schöner sein. Übrigens auch ein Paradies für Hunde, die sich hier richtig austoben können. Die Fischräucherei im Hafen ist ebenfalls sehr zu empfehlen.

04.06.2016

Etwas weiter gen Norden liegt Hanstholm, eine Stadt mit Dänemarks größter Fischindustrie, man riecht es schon von weitem. Im Hafen gibt es einen kleinen Fabrikladen, wo man fangfrischen Fisch sehr günstig einkaufen kann. Mit einem halben Meter feinstem Fischfilet vom Steinbeißer für 5 € fuhr ich zum Leuchtturm hoch wo man frei übernachten kann. Aber da es noch Vormittag war, zog ich weiter über Lökken bis nach Rubjerg Knude, einem riesigen Dünen-Sandkomplex mit einem alten Leuchtturm, der wohl in der nächsten Generation vollends vom Sand verschluckt sein wird. Ein "Muss" für jeden heutigen Jütlandbesucher. Bei sagenhaften 29 Grad schleppte ich mich vom Parkplatz (Übernachtungsverbot) mit der Fotoausrüstung hinauf zur Spitze und genoss die gigantische Umgebung und den Ausblick. Zur anderen Seite hin fallen die Dünen sehr steil ins Meer ab und große Vorsicht ist hier geboten. Einige Mauern wurden schon vom Sand verschluckt, man sieht viele Überreste. Der Turm selbst steht unmittelbar an der Kante, man darf ihn noch besteigen. Man befindet sich hier auf dem größten Wanderdünen-Komplex Europas. 

Ein weiteres Highlight sind die Überreste des Friedhofes "Marup Kirke", in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes Lönstrup. Dieser alte Friedhof liegt auch an den Klippen, jedes Jahr bricht ein weiteres Teilstück weg. Alte Grabsteine, verrostete Zauneinfassungen sind noch die Überreste der an dieser Stelle einmal gestandenen Kirche. Ein mystischer Ort. Kinder und Hunde unbedingt an die Hand bzw. Leine nehmen, da Absturzgefahr! Auch nicht zu dicht an den Rand treten, die Hänge stehen oben über. Von hier aus kann man auch zu Fuß bis zur Sanddüne wandern. 2 Wohnmobile haben Platz zum freien Übernachten.

05.06.2016

In Tornby bin ich auf den großen Strand gefahren, wo man mit dem Fahrzeug bis 22 Uhr stehen darf. Der Tag war so schön, dass ich hier den ganzen Tag am Strand verweilte. Abends fuhr ich 300 Meter auf den Parkplatz eines Restaurants wo eine freie Übernachtung erlaubt ist, richtiges Einparken vorausgesetzt.

06./07.06.2016

Über Aalborg, Aarhus vorbei ging es heute bis nach Silkeborg ein ganzes Stück südwärts. Etwas südwestlich von Silkeborg gibt es einige wunderbare Seen, die landschaftlich sehr schön liegen und an Südschweden erinnern. Da es fast schon zu heiß war, machte ich mehrmals Picknick im Schatten von Bäumen am Rand des größeren Sees "Mossö". Nachmittags fuhr ich zu den Überresten des "Öm Klosters" an der nördlichen Seite des Mossö. Der ruhige Parkplatz dort bietet sich auch zum freien Übernachten an. Das ehemalige Kloster besteht heute aus einem 1 ha großen Ruinenfeld und einem Klostermuseum, ein Besuch lohnt sich aber (5 € Eintritt). Beeindruckend ist die große Schädel- und Skelettsammlung. Die Mönche vor fast 1.000 Jahren hatten beachtliche chirurgische Kenntnisse, und schreckten auch nicht vor Operationen am offenen Schädel zurück, was man heute noch sehen kann. Bei dieser Vorstellung läuft es einem eiskalt den Rücken herunter.

Nach dem Besuch fuhr ich auf die südliche Seite des Mossö-Sees und suchte mir einen lauschigen Übernachtungsplatz, den ich auch schnell fand. Am nächsten Tag ging es nach Deutschland zurück. 

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Tour de Doubs

Nachdem ich schon zweimal im franz. Jura unterwegs war wollte ich diesmal den nördlichen Teil unter die Lupe nehmen und zwar immer entlang dem Fluss Doubs. 

 

21.05.2016

Bei strahlendem Sonnenschein startete ich von zuhause aus, fuhr nördlich von Freiburg auf die A5 und bog dann 60 km südlich Richtung Mulhouse über den Rhein nach Frankreich ab. Hinter Montbeliard (Maut bis hierher 4€) ging es auf herrlicher Landstrasse bis St.Hypolitte, meine erste Station an der Doubs. Fahrzeit bis hier schlappe 2 1/2 Std.

Hier fand ich schnell einen wunderbaren, ruhigen WoMo-Stellplatz direkt am Fluss. Er kostet nichts, hat aber keine weiteren Einrichtungen. Ins Zentrum des kleinen Ortes sind es 2 Minuten. Ein Dorf mit typisch französischem Flair, es war Markt und die Leute saßen entspannt vor den Cafes. In diese Atmosphäre tauchte ich auch schnell ein, genoss einen herrlichen Espresso und machte einige Fotos. Abends saß ich vor einer kleinen Kneipe und genoss die letzten Sonnenstrahlen mit einem "Pastit"....einen Anis haltigen Schnaps, der mit Wasser gereicht wird. Im Fluss standen die Angler mit ihren langen Gummihosen und waren auf Forellenjagd....oder sogar Lachs? Ich weiß es nicht genau. 

In das Wohnmobil schien noch lange die Abendsonne so dass ich meine "Terasse" öffnen konnte, das heißt beide Hecktüren öffnen, sowas möchte ich nie mehr missen.

Die Autobiografie von Neil Young fesselt mich zur Zeit und man kann damit wunderbar in die 60er und 70er Jahre eintauchen, auch meine Jugendzeit. 

22.05.2016

Das Wetter war noch super, also blieb ich bis zum späten Nachmittag in diesem Dorf, streifte umher oder las weiter im Buch dieses großen Musikers Neil Young. Natürlich mit seiner Musik von Buffalo Springfield, CSN&Y und er selbst mit Crazy Horse. Schön, dass man heutzutage mit dem Musikstream Spotify alles abrufen kann. Im Wohnmobil für mich mittlerweile unverzichtbar.

23./24.05.2016

Immer entlang am Fluss Doubs fuhr ich in das 25 km entfernte Dorf Vaufrey, eine Perle für Menschen die den morbiden Charme alter, verfallener Häuser mögen. Hier findet man sie noch eingebettet in eine liebliche, idyllische Landschaft. Kein Laden, eine verlassene Kneipe, offene Türen und Fenster oder was davon noch übrig ist, durch denen der Wind heult und hoch oben über dem Dorf eine Kapelle mit Friedhof wie es ursprünglicher nicht sein kann. Hier ist im wahrsten Sinne die Zeit stehen geblieben. Touristen Fehlanzeige, nur ein paar Menschen wohnen hier, Katzen inbegriffen. Da mich sowas magisch anzieht blieb ich 2 Tage hier, zu entdecken gab es mehr als genug. Erwähnt sei noch der WoMo-Stellplatz wieder am Fluss, kostenlos, leider nur 2 Plätze an der Zahl.

25.05.2016

Das Wetter schlägt abrupt um mit einem wahren Temperatursturz von über 20 Grad auf 10 Grad begleitet von ständigem Regen. Am Morgen fuhr ich weiter auf der D437 über die Grenze in die benachbarte kleine schweizerische Stadt Saint-Ursanne. Diese Stadt liegt am Doubs am Fuß eines felsigen Berghanges, auf dem eine Burgruine thront. Das Städtchen konnte seine außergewöhnlichen mittelalterlichen Character bis heute erhalten. Im Zentrum steht die die große Stiftskirche und ein Kloster aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Viele alte Häuser, drei Stadttore mit alter Brücke über den Fluss schmücken diese alte Stadt. Hier verweilte ich einige Stunden und machte einige Fotos.

Nachmittags brach ich wieder auf Richtung Les Brenets. Es ging auf vielen steilen Kehren bergauf und bergab entlang des Flusses Doubs, der hier eine große Schleife Richtung Süden macht. 

Bei sehr schlechtem Wetter mit starkem Regen und nur 7-10 Grad Temperatur entschloss ich mich, diese Tour abzubrechen. Ein Steinschlag nach einer scharfen Kehre war der Auslöser hierfür.

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"Vor uns lag noch ein längerer Weg. Uns sollte es   recht sein. Der Weg ist das Leben."      

                                                                                                                                                (Jack Kerouac)

 

„Wirklich weise ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat als die Realität zerstören kann"

   (Indianische Weisheit))

 


Meine Ausrüstung:

Pentax K-3 II Spiegelreflexkamera                                                                  Pentax 18-135mm Objektiv                                                               Pentax DA 16-85mm

Pentax DA 55-300mm Objektiv                                                                        Pentax DA 14mm Weitwinkel Objektiv                                      Stativ, Blitz und diverse Filter

 

                                              Die Fotos werden mit Lightroom etwas bearbeitet und archiviert. Ich fotografiere grundsätzlich im RAW-Format:


Weitere Links:                  

http://www.fotocommunity.de/                                                   Pentax /Ricoh                                              Promobil-Forum

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